50plus - sie leisten sich was

Auf Reife setzen in Worten, Bild und Taten

Die Nachfragekraft von Morgen hat graue Haare, lebt überwiegend in 2-Personenhaushalten, konsumier nach hedonistischen Wertevorstellungen und fühlt sich von der werbetreibenden Wirtschaft falsch verstanden bzw. nicht angesprochen. Zu dieser Quintessenz kommen zwei unabhängige Studien, von denen wir der GfK-Studie "50plus" (zweibändiges Kompendium einer Haushaltsbefragung von 1800 Personen) der Einfachheit halber in diesem Artikel de Präferenz geben und die Kernaussagen wiedergeben.

 

Noch einmal zu der Situation, wie sie sich demografisch derzeit darstellt. Der Altersquotient der deutschen Bevölkerung wird bis zum Jahre 2040 auf 48,4 Prozent steigen. Er definiert das Verhältnis zwischen dem Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen zu dem Bevölkerungsanteil der sich im Erwerbsalter – also zwischen 20 bis 65 Jahre – befindet.

Auf einen Nenner gebracht

Dieser Alterungsprozess – bei gleichbleibender Geburtenrate – hat gravierende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unsere Kultur und vor allem auch die Produktvielfalt auf dem Gesamtmarkt. Eine zwangsläufig veränderte Angebotskultur ist die Folge.

 

Doch sind wir heute schon auf dem Weg zu dieser Darstellungsform? Sprechen wir in der Werbung diese Menschen richtig an? Zeigen wir in unseren Produkten ein generelles Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse der Älteren? Auf werbedeutsch: Fühlen Sie sich angesprochen von der Werbung? Um es vorweg zu nehmen: Die Studie der GfK kommt zu dem Schluss, dass die Werbewirtschaft auf den Zug der neuen Konsumenten bisher noch nicht aufgesprungen ist. Und dabei bietet diese Situation den Herstellern und Anbietern ungeahnte Profite!

Von der demografischen Alterung der Gesellschaft lässt sich profitieren, wenn...

Denn, so die GfK-Studie, das Selbstbildnis der älteren Generation hat sich stark verändert – das drückt sich auch im Lifestyle und Konsumverhalten aus. Ca. 80 Prozent der 50 bis 69-Jährigen können sich mit dem Begriff Senior oder Rentner nicht identifizieren. Sie empfinden sich als „Menschen im besten Alter“, die über ein Handy verfügen, die gern reisen und die vor allem mit zunehmenden Alter eine wachsende hedonistische Konsumeinstellung haben. Sie gönnen sich etwas Gutes, weil sie es sich verdient haben. Dieses Gedankengut gibt allen, die sich mit neuen Angeboten für diese Zielgruppe beschäftigen, die Nahrung für ihre Ideen. Ganz besonders gilt dies für die Branchen Reise, Food, Wellness, Fitness, Gesundheit und Wohnen.

 

Man stelle sich die Menschen vor, wenn sie mit ihren Nordic-Walking Stöcken durch Feld und Wald wandern, sportlich eher fit als müde wirken und ein Selbstbewusstsein ausstrahlen, das kritisch, offen und aufgeschlossen ist. Sie wollen keinesfalls juvenil dargestellt und gesehen werden, sondern erwarten Anerkennung für das, was sie in ihrem Leben geleistet haben. Sie fühlen sich im besten Alter.