Aktuelles vom Käufermarkt

"Wenn ich abends nach Hause komme, möchte ich meine Ruhe haben",

so äußern sich in der Focus-Marktanalyse „Moderne Wohnkultur“ über 60 % der Befragten. Fast jeder zweite Deutsche möchte abends nach der Arbeit nur eines: entspannen, zur Ruhe kommen, den Stress und die Hektik des Tages ausblenden. Und so erfährt der Mitte der Neunziger Jahre vielbeschworene Begriff „Cocooning“ eine wahre Renaissance: Die eigenen vier Wände sind der ideale Rückzugs-Ort für Stressgeplagte. Die Wohnung wird mehr und mehr zu einem Ort der Entspannung, besonders leitende Angestellte und Menschen in Führungspositionen, aber auch Facharbeiter bzw. Arbeiter mit schwierigen körperlichen Aufgaben, zeigen eine starke Rückzugstendenz.

Die eigenen vier Wände werden neu entdeckt

Die Focus-Studie legt ihre Auswertungen einer Basisuntersuchung der „TdW Intermedia“ zugrunde. Nach den Ergebnissen dieser Studie waren 2001/2002 rund sechs Millionen Personen in hohem Maße an Möbeln, Wohnungseinrichtung, Renovieren und Bauen interessiert. Alles, was direkt oder indirekt mit dem Wohnen zusammenhängt, wird als wichtiger Faktor für die Lebensqualität betrachtet. Doch gibt es einen Unterschied zwischen den Generationen: Jüngere Leute kaufen wesentlich häufiger Möbel als ältere - was unmittelbar mit ihren Lebenswelten zusammenhängt.

 

Die Jüngeren haben gerade den Auszug aus dem Elternhaus hinter sich, richten sich in WGs oder in der ersten eigenen Wohnung ein. Vor allem Leute bis zu 39 Jahren ziehen einen „Stilmix“ vor und kombinieren die liebgewordenen „alten Stücke“ mit modernem Design. Mit zunehmendem Alter steigt der Anspruch an die Qualität der Wohnmöbel. Hier ist eine ganz andere Lebenswelt präsent: man hat sich eingerichtet, die Lebenssituation wird als stabil angesehen, das eigene Haus ist abbezahlt, Qualität und Zeitlosigkeit sind die wichtigsten Kriterien bei der Wohnungseinrichtung.

 

Ein Trend setzt sich auch in den eigenen vier Wänden ganz klar durch: Wellness. Die Sehnsucht nach Entspannung und Wellness findet sich vor allem in aufwendig und neu gestalteten Badezimmern wieder, die häufig in regelrechte Bade- und Saunalandschaften umgebaut werden.

 

Jüngere Leute kombinieren oft Arbeit und Freizeit, die früher so klare Grenze verschwindet hier, der Wohnraum wird gleichzeitig zum Arbeitszimmer. Aber auch in diesem Fall wird Wert auf Komfort und Zweckmäßigkeit gelegt. Im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarn liegt Deutschland mit Möbelausgaben von 415 Euro pro Person und Jahr an der Spitze im Bereich Wohnkultur.