Aus Rittern einer Schwafelrunde

werden kreative Zukunftsgestalter. Wie geht das?

Kappe
»Der mit der Kappe bestimmt die Gesprächsinhalte. Probieren Sie es ruhig mal aus.«

In fast jedem Betrieb wird in Besprechungen oder Konferenzen viel Zeit durch mangelnde Vorbereitung, Unkonzentriertheit, oder Geschwafel der Beteiligten vernichtet. Leider, denn Zeit ist nun mal ein Kostenfaktor, den man höchst produktiv gestalten sollte.Die Ergebnisse vieler Konferenzen sind frappierend, wenn man die verronnene Zeit mit den Resultaten vergleicht. Zeit vernichten durch Geschwafel ist höchst unproduktiv, wie wir alle wissen, schlimmer noch, wenn man hinterher alles neu überdenken oder korrigieren muss.

 

Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass die Länge der Zeit das Ergebnis beeinflussen kann. Aber es gibt eine bewährte Methode, in angemessener Zeit – egal wie viele Teilnehmer es sind – zu sehr guten Ergebnissen zu gelangen, wenn sich jeder an die Disziplin hält und die Dialektik der Sprache begriffen hat und beides als Prämisse über das zu besprechende Thema stellt. Aber jeder muss zuhören können, den anderen aussprechen lassen, ihn ernst nehmen, das Gespräch weiterführen können oder kritisch hinterfragen. Gute Kommunikation funktioniert nur dann, wenn jeder Teilnehmer im Team seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt wird. Aus verschiedenen Teilkompetenzen entsteht das erfolgreiche Ganze. Aus dem Problem x wird die optimale Lösung y gefunden. Ziel ist es, einen Synergie-Effekt von hoher Qualität zu nutzen, denn Kreativität ist ein Betriebskapital von besonderem Rang.

 

Die Struktur bestimmt den Gesprächsverlauf, und die erkennt man darin, welche farbige Kappe man sich gerade auf den Kopf setzt.

Über was wird geredet - weiße Kappe

Das ist noch der leichteste Teil des Prozesses, weil ja jede Konferenz ein Thema hat. Aber wie die Teilnehmer das tun ist wichtig. Es wird Sachlichkeit, Neutralität und Aufnahmebereitschaft vorausgesetzt. Der dialektische Teil lautet: über was reden wir und wie tun wir das. Wenn alle Teilnehmer die weiße Kappe tragen, reden sie nur über das Thema, jede Abweichung ist unzulässig.

Ziele stecken - gelbe Kappe

Der Nutzen wird diskutiert, und zwar so lange bis ein realistisches Ziel (Minimal-Ziel), welches in Zahlen oder Umsatzgrößen definiert wird, als machbar von allen angenommen wird. Das ist die berühmte Messlatte, die später in einem Soll-Ist-Vergleich erreicht werden muss. Sinn, Nutzen, USP und Problemlöser werden kurz erörtert, dann wird das Minimal-Ziel definiert und protokolliert.

Wunsch-Ziele - rote Kappe

Ohne Leidenschaft kann kein Werk gelingen. Wunsch-Ziele vergrößern den Spaß und erweitern den Horizont für gute Ideen. Jeder, der einmal vor einer Aufgabe gestanden ist und über deren Lösung nachgedacht hat, weiß wie spannend dieser Prozess sein kann. In der Tafelrunde sitzen die Ritter und schreiben ihre Ideen auf. Ein Diskutieren darüber ist zwecklos. Sammeln Sie die Ideen und filtern Sie die guten von den weniger guten. Wetten, dass dabei viel Brauchbares heraus kommt.

Ideen-Umsetzung - blaue Kappe

„Das geht nicht.“ Dieser Satz ist nicht erwünscht. Erlaubt ist, was gefällt und in das Zielkonzept passt. Welche neuen Ideen überholen die alten? Welche Technik wird benötigt? Erfahrungen sind hier die größte Bremse, Motivation das Gaspedal. Es wird versucht, alle guten Ideen zu prüfen, und die Lösungen liegen in der Luft, denn auf die Frage „wie?“ – gibt es fast immer eine Antwort. Die Kostenbremse ist hier die unerwünschte Erfahrung, die Idee ist es wert, sich mit ihr zu beschäftigen.

Wer macht was bis wann? - orange Kappe

Nachdem die Ideen für die Ziel-Erreichung mit Zustimmung aller Beteiligten klar sind, werden die Personen für deren Umsetzung als „Verantwortliche“ genannt und bestimmt. Alle Teamkollegen sitzen im gleichen Boot und rudern auf demselben See. Mit dieser Einstellung kann nichts schief gehen. Der Erfolg der Maßnahme ist der Erfolg aller, das ist das Credo dieser Kreativ-Runde. Reden ist auch weiterhin angebracht, sollte ein Termin, aus welchen Gründen auch immer, nicht einhaltbar sein, dann hat der Betreffende das an alle zu kommunizieren.

Die Kontrolle - schwarze Kappe

Auch das muss festgelegt werden: Wer kontrolliert wen bei den gemeinsamen Maßnahmen zur Zielerreichung. Die Kontrolle soll aber ein Minimum an Notwendigkeit im Aufwand darstellen und sie darf keinesfalls im Verhältnis zum Aufwand aufgebaut werden.

 

Führen Sie Ihre nächste Sitzung nach de aufgeführten Gliederung durch und Sie werden erstaunt sein, was dabei herauskommt. Sollten Sie ein Struktur-Organigramm dazu wünschen, der Verfasser schickt Ihnen dieses gerne zu. Falls Sie einen Coach benötigen, sind wir der richtige Ansprechpartner.