Bilderwelten

Bilder sind ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Werbung

Sonnenuntergang

Der Einsatz von Stimmungsbildern in einer Werbebotschaft ist von großer Bedeutung, da die Emotionen der Konsumenten hier ganz gezielt angesprochen werden. "Emotionale Werbung" - der Name ist Programm. Denn nichts regt die Gefühlswelt mehr an, als ein Bild. Zumindest in der klassischen Werbung.

 

In der Marketingpraxis zeigt der Einsatz von Bildersprache oft mehr Wirkung als jede denkbare Verbesserung der Produkt- oder Servicequalität, von alleiniger informativer Werbung ganz abgesehen. Denn unsere Märkte sind gesättigt, Produkte und Leistungen der konkurrierenden Unternehmen werden einander immer ähnlicher und sind damit weitestgehend austauschbar. Hinzu kommt die Informationsüberflutung der Verbraucher, die in der Werbung besonders hoch ist. Auch der Konsument ist zunehmend erlebnis- und weniger informationsorientiert –es herrscht "Low Involvement".

 

Bilder, und auch Musik, werden von unserem Gehirn nach völlig anderen Regeln verarbeitet als sprachliche Information. Sie werden sehr viel schneller, ohne gedankliche Anstrengung oder Beteiligung wahrgenommen und auch unbewusst verarbeitet.Zudem verfügen Bilder über ein höheres Aktivierungspotential als Texte, d. h. sie lösen weitaus mehr innere Erregung aus.

Die "Suggestive Macht des Bildes" von Gustave Le Bon, bringt es auf den Punkt:

„Die Massen können nur in Bildern denken und lassen sich nur durch Bilder beeinflussen. Nur diese schrecken oder verführen sie und werden zu Ursachen und Taten. Werden sie kunstgerecht angewandt, so besitzen sie wirklich die geheimnisvolle Macht, die ihnen einst die Adepten der Magie zuschrieben. (...) Die Macht der Worte ist mit denen der Bilder verbunden, die sie hervorrufen, und völlig unabhängig von ihren wahren Bedeutungen. Die Bilder, die in ihrem Geist durch eine Person, ein Ereignis, ein Unglücksfall hervorgerufen werden, sind fast so lebendig wie die wirklichen Dinge.(...) Der Schein hat in der Geschichte stets eine größere Rolle gespielt als das Sein. Das Unwirkliche hat stets den Vorrang vor dem Wirklichen.“

 

Was Le Bon hier so drastisch ausdrückt, ist auch und gerade auf die Mittel der klassischen Werbung zu übertragen. Der Werbeerfolg ist weitestgehend von der Wirkung der eingesetzten Bilder abhängig.

 

Der Flächenanteil der Bilder ist bis heute angewachsen. Z.B ist in der Werbung für alkoholische Getränke und Tabak der Bildanteil von 55 %-60 % auf über 80 % gestiegen. Generell kann man sagen, dass der Flächenanteil der Bilder in der Zeitschriftenwerbung 60 %-80 % ausmacht. In erster Linie sollen die Bilder auffallen und eine Marke oder ein Unternehmen bekannt machen. Sie haben die Aufgabe, schnell und klar wichtige Produktinformationen und Vorteile abzubilden, sie vermittlen dem Betrachter eine emotionale Erlebnisswelt. Nicht nur visuelle Bilder können Stimmung erzeugen. Formen wie akustische Bilder, Geruchsbilder oder haptische Bilder, tun ihr gleiches.

 

Akustische Bilder:

bestehen meistens aus Musik oder Geräuschen. Diese akustischen Bilder werden oftmals gedanklich mit visuellen Bildern verbunden.

 

Geruchsbilder(Duftbilder):

werden eher selten verwendet. Manchmal werden sie durch mikroverkapselte Duftstoffe erzeugt, die einem Produkt beigefügt sind. Der Duft spricht gezielt entsprechende Sinnesoragne an und der Verbraucher wird zum Kauf stimuliert (Stichwort Duftmarketing).

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Auch der Konsument ist zunehmend erlebnis- und weniger informationsorientiert –es herrscht \"Low Involvement\".</p><p>&nbsp;</p><p>Bilder, und auch Musik, werden von unserem Gehirn nach völlig anderen Regeln verarbeitet als sprachliche Information. Sie werden sehr viel schneller, ohne gedankliche Anstrengung oder Beteiligung wahrgenommen und auch unbewusst verarbeitet.Zudem verfügen Bilder über ein höheres Aktivierungspotential als Texte, d. h. sie lösen weitaus mehr innere Erregung aus.</p><p><em>Die \"Suggestive Macht des Bildes\" von Gustave Le Bon, bringt es auf den Punkt:</em></p><p>„Die Massen können nur in Bildern denken und lassen sich nur durch Bilder beeinflussen. Nur diese schrecken oder verführen sie und werden zu Ursachen und Taten. Werden sie kunstgerecht angewandt, so besitzen sie wirklich die geheimnisvolle Macht, die ihnen einst die Adepten der Magie zuschrieben. (...) Die Macht der Worte ist mit denen der Bilder verbunden, die sie hervorrufen, und völlig unabhängig von ihren wahren Bedeutungen. Die Bilder, die in ihrem Geist durch eine Person, ein Ereignis, ein Unglücksfall hervorgerufen werden, sind fast so lebendig wie die wirklichen Dinge.(...) Der Schein hat in der Geschichte stets eine größere Rolle gespielt als das Sein. Das Unwirkliche hat stets den Vorrang vor dem Wirklichen.“</p><p>&nbsp;</p><p>Was Le Bon hier so drastisch ausdrückt, ist auch und gerade auf die Mittel der klassischen Werbung zu übertragen. Der Werbeerfolg ist weitestgehend von der Wirkung der eingesetzten Bilder abhängig.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Flächenanteil der Bilder ist bis heute angewachsen. Z.B ist in der Werbung für alkoholische Getränke und Tabak der Bildanteil von 55 %-60 % auf über 80 % gestiegen. Generell kann man sagen, dass der Flächenanteil der Bilder in der Zeitschriftenwerbung 60 %-80 % ausmacht. In erster Linie sollen die Bilder auffallen und eine Marke oder ein Unternehmen bekannt machen. Sie haben die Aufgabe, schnell und klar wichtige Produktinformationen und Vorteile abzubilden, sie vermittlen dem Betrachter eine emotionale Erlebnisswelt. Nicht nur visuelle Bilder können Stimmung erzeugen. Formen wie akustische Bilder, Geruchsbilder oder haptische Bilder, tun ihr gleiches.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Akustische Bilder:</strong></p><p>bestehen meistens aus Musik oder Geräuschen. Diese akustischen Bilder werden oftmals gedanklich mit visuellen Bildern verbunden.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Geruchsbilder(Duftbilder):</strong></p><p>werden eher selten verwendet. Manchmal werden sie durch mikroverkapselte Duftstoffe erzeugt, die einem Produkt beigefügt sind. Der Duft spricht gezielt entsprechende Sinnesoragne an und der Verbraucher wird zum Kauf stimuliert (Stichwort Duftmarketing).</p><p><strong>Haptische Bilder:</strong></p><p>werden durch entsprechendes Verpackungsdesign erzeugt. Hochglanzpapier in besonderen Zeitschriften, spezielle Verpackungen mit Naturmaterialien wie Stoff, Filz, Samt, Prägungen auf Papier - all dies stimuliert und regt zum Kauf an. Vorausgesetzt, es wird zielgruppen- und produktorientiert gearbeitet.</p><p>&nbsp;</p><p>Das Bild wirkt einerseits durch die formale Gestaltung und andererseits durch den Inhalt, also durch die gewählten Bildmotive. Farbe, Größe, Konturen, Kontraste, ungewöhnliche Formen, Interaktionen und Bewegungen von Bildern und Bildelementen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich: Im visuellen Blickfeld muss „etwas passieren“. Ausschließlich personenabhängig sind die willentlich kontrollierten Betrachtungsabsichten sowie die eingeschliffenen Gewohnheiten beim Betrachten von Bildern. Schließlich ist noch an die Situation beim Betrachten zu denken, die zum Bildumfeld im weiteren Sinne zu zählen ist. Sie umfasst die Gegenwart anderer Leute beim Betrachten des Bildes, das Ausführen von Tätigkeiten usw.</p><p>&nbsp;</p><p>Dass Bilder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird weiter durch sogenannte Aktivierungstechniken erzeugt. Bilder haben somit bessere Chancen, aufgenommen, verarbeitet und gespeichert zu werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Trotz der großen Wirkung der Farbe, spielt auch die Größe des Bildes eine erhebliche Rolle. Die durchschnittliche Betrachtungsdauer einer Anzeige beträgt 2 Sekunden, die Farbe hatte keinen beachtenswerten Einfluss. Der Erinnerungswert hingegen hängt direkt mit der Farbe zusammen. Farbige Bilder bleiben eher in Erinnerung als Schwarz-Weiß-Bilder.</p><p>&nbsp;</p><p>Emotionale Reize werden durch Farbe, entsprechende Objekte und zugefügten Inhalt ausgelöst. Die Wirkung kann aber auch schnell kontraproduktiv werden, wenn Bilder zu provokant, zu außergewöhnlich oder zu extrem in ihrer Aussage sind.</p><p><em>Beispiele:</em></p><p><strong>Sonnenuntergang</strong></p><p>Mit diesem Motiv wird allgemein Romantik, Liebe und Sehnsucht verborgen. Mit der Farbe Rot, die in diesem Bildbeispiel hervorsticht, assoziert der Leser zu 90 % Liebe. Weiterhin werden Erotik, Leidenschaft, Verführung, aber auch Verbotenes und Gefahr damit verbunden.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Erdbeeren</strong></p><p>Das Bild macht Lust auf Obst. Der Grund sind nicht nur die Erdbeeren an sich. Die glänzende, rote Farbe lässt das Wasser im Gaumen zusammenlaufen. „Hm, lecker!“ Die Erdbeeren erscheinen durch das Format greifbar nah.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Krähen über der Stadt</strong></p><p>Dieses Bild verleiht einem Unbehagen, eine düstere Stimmung. Einmal das Motiv an sich, aber noch mehr die dunklen Farbtöne. Mit der Farbe Schwarz wird zu 69 % Böswilligkeit assoziert. Magie, Macht, Brutalität und Härte kommen dem in etwa gleich.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Hängematte</strong></p><p>Endlich mal wieder ausspannen. Bei diesem Bild denkt man sofort an Urlaub, Ruhe und Geborgenheit. Füße hochlegen und in einer Hängematte in der Natur baumeln. Wunderbar!</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>', created = 1328698176, expire = 1328784576, headers = '', serialized = 0 WHERE cid = '4:bc8dcfe9b9a4284f0802f8e3c7f93793' in /srv/www/zeitung.diezwei.de/includes/cache.inc on line 109.
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