Christkind versus Santa Claus

Gut, dieser Titel ist nicht ganz ernst gemeint, denn das gemeinsame Ziel zur Weihnachtszeit, Jung und Alt auf der ganzen Welt glücklich zu machen, verbindet die beiden doch sehr stark.

Weihnachtsmann, Engel

Was sich auch daraus ablesen lässt, dass beide regional ihre Arbeitsgebiete aufteilen. Trotzdem ist der Weihnachtsmann Santa Claus fast unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Grund dafür ist ganz klar die Werbung, da sich der fröhliche Weihnachtsmann einfach besser für Werbeaussagen einsetzen lässt, als das doch recht besinnliche Christkind.

 

Aber vielleicht schlägt ja das Christkind zurück. Ein Blick auf die Geschichte der beiden Symbolfiguren weihnachtlichen Schenkens zeigt jedenfalls, dass es immer ein Auf und Ab ihrer Popularität gab.

 

Angefangen hat alles mit dem Nikolaus. Dieser diente als Vorlage für den später entstandenen Santa Claus. Das Tolle am Nikolaus ist, dass die Frage „Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht?“, eindeutig mit „Ja, es gibt ihn“ beantwortet werden kann – oder zumindest gab es ihn. Der Nikolaus ist nämlich niemand anderes als der im 4. Jahrhundert lebende Bischof Nikolaus von Myra. Er wird vor allem als Schutzpatron der Kinder verehrt. So soll er die Kinder seiner Heimatstadt vor der Entführung durch Seeräuber geschützt haben. Ihm zu Ehren wurden bereits im Mittelalter Kinder an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, beschenkt.

War Luther das erste Christkind?

Der 6. Dezember war also ursprünglich der eigentliche Jahrestag für Bescherungen. Eine Verschiebung auf den 24. Dezember, also zur Geburt Jesu und nicht zum Namenstag des Nikolaus, wurde erst im Zuge der Reformation vollzogen. Das Dilemma für Luther war, dass durch seine Reformation auch die Heiligenverehrung der katholischen Kirche abgeschafft werden sollte, und damit auch der Heilige Nikolaus. Gleichzeitig war aber das Fest des Nikolaus mit seinen Geschenken bei der breiten Bevölkerung sehr beliebt. Was also tun? Kurzerhand „erfand“ Luther das Christkind, welches nicht, wie die meisten Menschen glauben, auf Jesus zurückzuführen ist, sondern auf den „Christkindern“ beruht, die bei den damaligen Weihnachtsspielen zur Krippe Jesu pilgerten und dort Geschenke abgaben. Traditionell wird das Christkind als Mädchen oder Engel dargestellt.