Chronik

Wussten Sie, dass seit seiner Verabschiedung im Bundestag im Jahr 1956 das Ladenschlussgesetz in kleinen Schritten immer wieder gelockert worden ist - zur Freude vieler Verbraucher, zum Ärger der Gewerkschaften. Ein Überblick über die wichtigsten Etappen und Regelungen:

Herbst 1956:

Der Bundestag beschließt nach langen Diskussionen das „Gesetz über den Ladenschluss“ (LadSchlG). Geschäfte dürfen montags bis freitags von 7.00 Uhr bis 18.30 Uhr öffnen, an regulären Samstagen bis 14.00 Uhr. An „langen Samstagen“ - jeweils am ersten Samstag eines Monats - ist der Verkauf bis 18.00 Uhr erlaubt.

 

Herbst 1989:

Mit dem „Gesetz zur Einführung des Dienstleistungsabends“ kommt der „lange Donnerstag“. Einmal pro Woche wird dadurch Einkaufen bis 20.30 Uhr möglich. Dafür wird der „lange Samstag“ in den Sommermonaten um zwei Stunden verkürzt: Die Geschäfte dürfen nur noch bis 16.00 Uhr offen bleiben.

 

Juni 1996:

Der Bundestag lockert noch einmal das Ladenschlussgesetz. Von Montag bis Freitag wird Shoppen zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr erlaubt. Samstags dürfen die Läden nun generell bis 16.00 Uhr öffnen; dafür entfallen die „langen Samstage“. Nur an den vier Adventssamstagen darf bis 18.00 Uhr verkauft werden.

 

Juni 2003:

Wieder dehnt das Parlament die Verkaufszeiten aus. Von Montag bis Samstag gelten nun die gleichen Regeln: Die Läden dürfen um 6.00 Uhr morgens öffnen und müssen erst um 20.00 Uhr wieder geschlossen sein.

 

Außerdem haben sich über die Jahre viele Sonderregeln etabliert. Apotheken dürfen Arzneien, Kioske Zeitungen und Bäcker Brötchen verkaufen, und an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen kann sich der Kunde mit Artikeln des „Reisebedarfs“ eindecken - wozu fast alles gehört, so dass mancher Bahnhof zum Shopping-Center und nicht wenige Tankstellen zu regelrechten Supermärkten geworden sind. Außerdem sind anlässlich von Märkten und Messen bis zu vier verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage erlaubt. Weitere Ausnahmen gelten für beliebte Tourismusziele.

 

2004:

Der Bundesrat hat einen neuen Anlauf zur Freigabe der Ladenschlusszeiten in Deutschland unternommen. Die Länder stimmten parteiübergreifend für einen Gesetzentwurf, wonach die Kompetenzen für die Regelung der Öffnungszeiten auf die Bundesländer übertragen werden sollen.

 

Quelle: Spiegel-Online