Das Kind beim Namen nennen.

Warenbezeichnungen entstehen heute selten als Geistesblitz, denn die Ansprüche an Produktnamen sind groß.

Markennamen
Internationale Missgriffe bei der Namensgebung

Profis der Produkttaufe

In Deutschland gibt es derzeit etwa acht Agenturen, die sich auf Namensentwicklung spezialisiert haben. Der Kampf um die Einzigartigkeit beinhaltet aber weit mehr, als einen Geistesblitz für den Namen zu haben oder die Etymologien verschiedener Sprachen zu durchforsten. So muss etwa geklärt werden, ob der Begriff nicht in einer Sprache etwas Obszönes oder Lächerliches bedeutet, oder missverstanden werden kann – damit Fehlgriffe wie beim Toyota MR2 vermieden werden: in Frankreich spricht man das nämlich „merde“ (Scheiße). Zudem muss geprüft werden, ob der Name auch in allen relevanten Ländern geschützt werden kann und schließlich gilt es,  Anwendungstests durchzuführen, z.B. ob der Produktname auch am Telefon gut verstanden wird.

Wenn das Produkt trotzdem scheitert

Trotz all dieses Aufwands können aber auch die Profis natürlich nicht garantieren, dass ein Name wirklich erfolgreich ist. Für Ausgliederungen, Fusionen und Joint Ventures werden oft neue Namen kreiert, auch wenn damit eventuell lange gewachsene Unternehmensprofile unter-gehen. Große Ansprüche schwingen oft in ihren Komponenten mit, manchmal nicht geringeres als die Grenzenlosigkeit („Infineon“ setzt sich aus „Infinity“ und „Äon“ – beides bedeutet Unendlichkeit – zusammen).Wenn solche Ansprüche scheitern oder die Namen durch schlechte Unternehmensnachrichten belastet werden, rutschen sie ins Lächerliche ab: Thomas Middelhoff, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von KarstadtQuelle, schlug viel Kritik entgegen, als er das Unternehmen 2007 mit der Neuschöpfung „Arcandor“ schmückte. Zugegeben, ein wohlklingender Name, der mythische Assoziationen birgt, aber kein Begriff, der stark genug war um die Markenassoziationen der Traditionsnamen Karstadt und Quelle aufzuwiegen. Und so hat die jüngste Geschichte wieder einmal gezeigt: kein auch noch so guter Name kann ein Unternehmen retten, in dem das Management versagt. Und ein Gestrüpp, auch wenn es Arcandor heißt, wird niemals lieblich duften.

 

Internationale Missgriffe bei der Namensgebung

Mitubishi Pajero: bedeutet auf Spanisch:   „Wichser“

 

Chevrolet Nova: ‚no va‘ heißt auf Spanisch „fährt nicht“ Ford Pinto: ‚pinto‘ bedeutet auf Brasilianisch “kleiner Penis“

 

Nescafé: ‚no es cafe‘ heißt im Spanischen „Das ist kein Kaffee“

 

Kinki: ein amerikanisches Katzenfutter, das „pervers“ und „abartig“ (‚kinky‘) heißt.

 

VW Phaeton: Der Phaeton ist nach dem Sohn des Sonnengottes Helios benannt, der dessen Wagen unerlaubterweise lenkte und dabei zu Tode kam...

 

Siemens Sirotec: Unter dem Markennamen Sirotec verkauft Siemens Steuerungsmodule für Industrieroboter – für englische Ohren klingt es wie ‚zero tec‘ - null Technik