Die Wirkungskette funktioniert wieder und die Fragen bleiben offen

Die Wirtschaftsweisen korrigieren ihre Voraussagen ständig nach oben, die Politiker saugen die guten Nachrichten auf, wie eine Wüste das Wasser und jeder fragt sich, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass alles auf einmal so gut funktioniert. Niemand von ihnen hat bedacht, dass die Eigendynamik einer funktionierenden Konjunktur nicht exakt vorhersehbar ist. Warum?

Barometer

Es gibt eine Erkenntnis der Volks- und Betriebswirtschaft, die wie folgt lautet: Das Bruttosozialprodukt ist von dem Konjunktur-Zyklus in dem Maße abhängig, wie stark dieser Zyklus schwankt und wie er sich in seiner Dynamik auf die Systeme der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes auswirkt und welche Indikatoren der Schwankung von außen unterliegen.

 

Bitte, lieber Leser, noch einmal lesen. Mit anderen Worten: Eine Schwankung der Konjunktur ist so normal wie ein Motor, der von vielen Indikatoren abhängig ist, wenn er rund laufen soll. Und gleich rund läuft kein Motor, den Menschen bauen und bedienen.

Eine richtige Stagnation darf es in der Marktwirtschaft so gut wie nie geben.

Es ist ein kurzes Innehalten, eine kleine Pause zwischen dem Auf und Ab, das braucht jedes gesunde Herz, wenn es im Laufe eines langen Lebens etwa zwei Milliarden Mal schlagen soll. Auf einem Barometer las ich kürzlich den Hinweis: „Klopfen zwecklos“.

 

Die Indikatoren sind bekannt, aber eine Navigation oder Beeinflussung bleibt unmöglich. Die Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln. Man kennt sie, aber manbeherrscht sie nicht. Wirtschaftsprognosen sind wie Wetterprognosen:   alle glauben dran, nur das Wetter macht, was es will.

 

Demnach kann festgehalten werden, dass Konjunkturprogramme zwar marginal greifen können, einen Umschwung bringen sie nicht. Die Konjunktur-Indikatoren sind längst erforscht, ihre Eigendynamik nicht.

 

Die Indikatoren sollen die Konjunkturschwankung möglichst in Zahlen aus-drücken, sie sollen Aufschwung und Abschwung zu erkennen geben oder sie ankündigen. Hier werden Frühindikatoren, Präsensindikatoren und Spätindikatoren besonders intensiv analysiert bzw. prognostiziert.

29.12.2010
16:58
Gast:

find ich perfekt beschrieben ;)