Ebay: Feste Größe im Einzelhandel

Haben Sie schon einmal etwas bei Ebay verkauft, ersteigert oder zumindest mitgeboten? Wenn ja, sind Sie in guter Gesellschaft! Denn Ende 2004 summierte sich die Zahl der Nutzer des Internet-Auktionshauses auf mehr als 56 Millionen.

Ebay

Die Geschichte von Ebay liest sich fast wie ein Märchen. 1995 gegründet, ist der Internet-Marktplatz heute das am schnellsten wachsende Unternehmen in den USA. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2005 stieg der Netto-Umsatz bei Ebay erstmals über eine Milliarde US-Dollar – insgesamt 1.031,73 Mio. US-Dollar Netto-Umsatz konnte das Online-Auktionshaus verbuchen; eine Steigerung gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahrs um 36 Prozent. Der Netto-Gewinn lag bei 256,29 Mio. US-Dollar gegenüber 200,1 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, ein Plus von 28 Prozent.

 

Zu den Produktkategorien mit den höchsten Umsätzen zählten Autos, Verbraucherelektronik, Computer, Bekleidung und Bücher, Filme, Musik. Und nach Angaben von Ebay-Chefin Meg Whitman will man weiter expandieren und investieren, vor allem in China.

 

Die Ebay-Fieberkurve bewegt sich scheinbar unaufhaltsam nach oben und an jeder Transaktion verdient Ebay gleich doppelt mit. Denn wer ein Produkt zum Verkauf anbietet, zahlt neben der Angebotsgebühr zusätzlich eine Provision beim Abschluss des Geschäftes. Doch trotz Gebührenerhöhungen steigt die Zahl der Nutzer unaufhörlich. So ist Ebay innerhalb kurzer Zeit zu einer festen Größe im deutschen Einzelhandel geworden von der auch andere Branchen, wie die Paketdienste, profitieren. Eine persönliche Nachfrage in einer Filiale der Deutschen Post AG ergab, dass sich seit dem „Ebay-Boom“ die Versandzahlen von Warensendung in erheblichem Maße erhöht haben.

Den Großteil des Geschäftes erzielt Ebay mit Privatnutzern und kleinen Gewerbetreibenden.

Die großen Hersteller und Händler haben bisher nur einen kleinen Anteil am Transaktionsvolumen. Doch der Anteil professioneller Händler wächst. Doch auch Ebay selbst treibt den Ausbau zu einer professionellen Handelsplattform voran. Denn je mehr Waren über Ebay angeboten und verkauft werden, desto mehr Umsatz bedeutet dies für das Online-Auktionshaus. Der Gedanke einer „großen Onlinegemeinschaft“, den Ebay stets vertreten hat, geht bei dieser Entwicklung jedoch verloren ... Durch diesen Ausbau kann man Ebay durchaus auch als „Arbeitsplatzbeschaffer“ bezeichnen. In Amerika verdienen bereits mehr als 150.000 Menschen ihr Geld mit dem Handel auf Ebay. Auch in Deutschland steigt die Zahl derer, die ihre Waren professionell über Ebay anbieten, stetig an. Aus diesem Grund bietet das Auktionshaus – natürlich nicht uneigennützig, wie oben bereits erwähnt – seinen oft unerfahrenen Händlern Hilfen für die Existenzgründung an. Darunter fallen Tipps, wie man ein Gewerbe anmeldet oder Steuern richtig abführt.

In einer eigens gegründeten "Ebay-Universität" beantworten Steuerberater und Rechtsanwälte fragen zur Existenzgründung.

Zudem haben die Industrie- und Handelskammern Kurse eingerichtet, um Ebay-Händlern bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit zu helfen. Die Zahl der Gewerbetreibenden (sogenannte „Powerseller“), die ihre Produkte ausschließlich bei Ebay verkaufen, wächst ständig. Händler kaufen Produkte meist in großem Stil bei Herstellern oder Großhändlern und verkaufen diese Waren dann einzeln bei Ebay weiter – in der Regel zu Festpreisen. Fachhändler nutzen Ebay häufig als zweiten Vertriebskanal neben ihren stationären Läden. Sogar Insolvenzverwalter nutzen inzwischen das Internet-Auktionshaus und verkaufen die Waren, die nach einer Geschäftsauflösung zu Geld gemacht werden müssen, per Mausklick.

Neben den semiprofessionellen Händlern geht Ebay auch aktiv – so z. B. auf Messen – wie der CEBIT oder der Internationalen Automobil-Ausstellung – auf große Händler und Hersteller in Deutschland zu, um ihnen Ebay als zusätzlichen Vertriebskanal „schmackhaft“ zu machen.

 

So können sich Unternehmen, die ihre Reichweite im Internet ausbauen wollen, einen eigenen Ebay-Shop einrichten. In diesem werden alle Artikel, die der Händler zu einem bestimmten Zeitpunkt im Angebot hat, unter einem Dach gezeigt. Der Vorteil solch eines Shops für den Händler liegt in einem messbaren Zusatzumsatz.