"Ein gutes Wort kostet nichts"

(deutsches Sprichwort)

Briefkästen
»Täglich sind die Briefkästen mit Informationen gefüllt: nur ein geringer Teil findet Aufmerksamkeit.«

Wir begegnen ihnen tagtäglich und überall: Werbetexte, Geschäftsbriefe, Angebote. Über 60.000 Werbebriefe wollen ihre Zielgruppen erreichen, ca. 7.000 Werbeanstöße pro Tag verlangen die Aufmerksamkeit des Konsumenten. Bei dieser Flut ist es nicht verwunderlich, dass vieles nur überflogen wird oder gleich im Papierkorb landet. Die Informations-Überlastung der Menschen liegt heute bei 98 Prozent, d. h. gerade 2 Prozent der angebotenen Informationen können überhaupt noch aufgenommen werden. Wer Werbegelder ausgibt, möchte natürlich sicher sein, dass seine Botschaft auch ankommt.

 

Es gibt jedoch auch Briefe, Angebote oder Mailings, die wir nicht gleich entsorgen, sondern die uns innerhalb von ein paar Sekunden fesseln. Und die wir dann auch lesen. Im besten Fall bleibt eine positive Botschaft zurück, die uns animiert, weitere Informationen anzufordern, eine Bestellung zu tätigen oder die einen weiteren Kaufimpuls auslöst.

 

Was aber unterscheidet nun einen »guten« Text von einem »schlechten«? Und worauf sollte man achten, um eine hohe Aufmerksamkeit beim Leser oder beim potentiellen Kunden zu erreichen?

 

Die erste Hürde, die genommen werden muss, um einen guten und effizienten Text zu schreiben, ist die Analyse vor dem Text:

 

- Was will ich meinem Kunden, meinem Adressaten vermitteln?


- Was ist das Wesentliche, die Kernaussage meiner Botschaft?


- Wie hebe ich mich mit meinem Text von Mitbewerbern ab?


- In welchem Rahmen soll die Botschaft präsentiert werden?


- Wie kann ich meine Ziele und Absichten klar formulieren?


- Was ist in meiner Aussage wichtig, was eher unwichtig?


- Welche »Taktik« wende ich an, um eine Botschaft zu vermitteln?

 

Diese Analyse ist das A und O eines gelungenen Textes und somit einer erfolgreichen Kommunikations-Strategie.

 

Texten ist ein Prozess: Anders als in einem Gespräch besteht die Möglichkeit, sich Zeit für seine Aussage zu nehmen. Kommuniziert man hingegen mündlich, ist es schlicht unmöglich, erst einen »Rohtext« zu verfassen, um diesen dann »ins Reine« zu übersetzen.

 

Auf die Länge kommt es an: »Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän« – zwar hat die deutsche Sprache die fantastische Möglichkeit, Worte mit fast beliebiger Länger zu bilden – dies ist für einen gelungenen Text jedoch nicht unbedingt empfehlenswert. Oft wird mit kurzen, klaren Worten und nicht allzu komplizierten Sätzen viel schneller ein Ziel erreicht. Bei zu langen Worten gibt der Leser schnell auf. Und auch die Passiv-Form sollte nicht überstrapaziert werden. Eine persönliche, klare Ansprache ist weitaus effektiver. Der Empfänger, auch Rezipient genannt, ist derjenige, auf den es ankommt. Es hilft also, sich in den Rezipienten einer Botschaft hineinzuversetzen und die entsprechenden Assoziationen zu wecken.

Der Fehler steckt oft im Detail

 

Kleine Fehler haben oft eine große Wirkung. So gibt es einige Wendungen, die der Verfasser eines Textes vermeiden sollte. Dazu gehören z. B. die allseits beliebten Hilfsverben »können«, »dürfen«, »möchten«, »müssen«, »wollen«. Viel besser ist es, die Verben direkt zu nutzen und mit einer klaren Ansprache zu verbinden. Ein Beispiel: »möchte ich Ihnen schicken« – »schicke ich Ihnen heute«; »können Sie anfordern« – »fordern Sie noch heute an«.

Die kleinen Helfer im Text

»Sie«, »Ihr«, »Ihnen« sind oftmals die Schlüsselwörter. Sie beziehen sich auf den Kunden bzw. auf den Empfänger. Diese »Du-zentrierte»-Ansprache verstärkt die Aussage und bewirkt, dass sich der Adressat beim Lesen wohlfühlt. Eine weitere Faustregel lautet: beim Schreiben und Texten sollten ca. 2/3 des aktiven Wortschatzes (= Wortschatz, der schriftlich oder mündlich angewandt wird) benutzt werden und lediglich auf 1/3 des passiven Wortschatzes (= Wortschatz, der nicht aktiv angewandt, aber dennoch verstanden wird) zurück gegriffen werden.

 

Im persönlichen Gespräch kommen nicht nur Worte, sondern auch non verbale kommunikative Mittel zum Einsatz: mit Gestik, Mimik und der Sprachmelodie kann einiges bewirkt werden. Auch das äußere Auftreten sowie die direkten Reaktionen während des Gesprächs nehmen großen Einfluss auf die Wirkung einer Botschaft. Im Text bleibt uns nur das Wort. Und wer textet, sollte immer von einem persönlichen Gespräch ausgehen. Je besser dieser Prozess gelingt, desto erfolgreicher ist auch die Kommunikation.

 

Fazit:

Sprache - ob geschrieben oder gesprochen - lebt immer von der Abwechslung!

 

Mehr zum Thema Kommunikation und Text finden Sie unter www.diezwei.de/know-how