"...eine schwere Geburt"

Familienministerin von der Leyen blickt zufrieden auf Kompromiss

Es ist soweit, die große Koalition konnte nach längeren Hin und Her eine Einigung zur Neureglung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten erzielen. "Wir haben (...) eine ausgewogene Lösung für Familien in Deutschland gefunden", so Familienministerin Ursula von der Leyen.

 

Gewinner der neuen Regelung sind alle steuerpflichtigen Familien, denn im Gegensatz zum bislang geltenden Recht lässt sich für alle deutlich mehr Geld von der Steuer absetzen. Dabei wird unterschieden zwischen Familien mit einem Erwerbstätigen bzw. nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden und Familien, bei denen beide Partner erwerbstätig sind bzw. erwerbstätigen Alleinerziehenden. Die erste Gruppe kann 2/3 der Kosten für den Kindergarten ihrer 3-6jährigen Kinder bis zu maximal 4.000 EUR pro Jahr als Sonderausgabe steuerlich geltend machen. Kosten für die Kinderbetreuung im eigenen Haushalt hingegen lassen sich über die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuerschuld abziehen.

 

Anders ist es bei der zweiten Gruppe. Doppelverdiener sowie erwerbstätige Alleinerziehende können jährlich 2/3 aller Kosten für ihre Kinder von 0-14 als Werbungskosten absetzen. Auch hier gilt die Höchstgrenze von 4.000 EUR pro Jahr und Kind. Die Berücksichtigung der Aufwendungen zur Kinderbetreuung als Werbungskosten soll anerkennen, dass die ungleich höheren Kosten aufgrund der Berufstätigkeit unvermeidlich und zwangsläufig anfallen.

 

Die neue Regelung trifft in der Öffentlichkeit auf sehr große Zustimmung. Nur hier und da wird Kritik an der Handhabung in Bezug auf einkommensschwache Familien laut. Hier sei aber zu bedenken, dass diese Familien in der Regel auch keine Kinderbetreuungskosten haben, da entweder laut Gebührenstaffelung keine Elternbeiträge vorgesehen sind oder aber Träger der örtlichen Jugendhilfe für die Kosten aufkommen.

 

Hauptziel der Neuregelung ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien. Kind und Beruf dürfen sich gegenseitig nicht ausschließen. Wichtig ist auch eine gerechtere Handhabung in der Besteuerung von Familien mit Kindern im Gegensatz zu Paaren ohne Kinder. Hohe Betreuungskosten hindern Mütter nach der Erziehungspause häufig an der Rückkehr in den Beruf. Die neue Lösung soll dieses Hindernis beseitigen und somit mehr Chancengerechtigkeit für Frauen am Arbeitsplatz schaffen.