Hört, hört!

Wie sieht die Zukunft des Radios aus?

Frau mit Radio

„Das Radio hat keine Zukunft.“

William Kelvin (1824-1907), britischer Physiker, Erfinder der absoluten Temperaturskala

 

80 % aller Deutschen werden jeden Tag über das Radio erreicht. Und schon dies beweist, dass William Kelvin mit seiner Prognose vor über 100 Jahren nicht Recht behalten hat. Radio steht auf Platz 6 der vertrauenswürdigsten Institutionen, noch vor dem Bundespräsidenten und der Kirche (nach einer Forsa-Umfrage für den Stern).

 

Kein Medium eignet sich für die Parallelnutzung besser als das Radio und es kann ihm als „Tagesbegleiter Nr. 1“ die Zukunft nicht abgesprochen werden. Im Zusammenhang mit den digitalen Techniken, deren Fortentwick-lung und den damit verbundenen möglichen Veränderungen im Medienverhaltenwird es ganz neue Perspektiven geben.

 

Das Reichweiten-Medium Radio soll nun auch als Individual-Medium eingesetzt werden. Digital-Radio, Webradio, Radio on Demand, individueller thematischer Podcast … versprechen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten.

 

Digital-Radio bietet nicht nur eine bessere Klangqualität, sondern Zusatzdienste in Form von Text- und Bildinformationen über das Display, vereinfachte Suchfunktionen u.v.m.

 

Crossmediale Kampagnen aus Radio und Webcast wurden bereits durchgeführt. Die Anzahl der Webcast-Nutzer stieg von 5,38 Mio. im Jahr 2002 auf bereits 8,89 Millionen im Jahr 2007. Für 2012 werden 13 Millionen Webcast-Nutzer erwartet. Internetradio, der über das Web verbreitete Hörfunk, wird in der Regel als Streaming Audio übertagen. In Deutschland existieren laut GEMA ca. 1.200 deutschsprachige Webradios. Die Entwicklung geht dahin, Radioprogramme noch mehr interaktiv zu nutzen, z.B. durch Anhalten der Darbietung, Abrufen einzelner Beiträge etc.

 

Beim Podcasting können Radioinhalte aus dem Internet individuell (meist kostenlos) heruntergeladen werden. Es ist für jeden möglich, selbst Radioinhalte mittels PC, Mikrofon und Internetzugang zu publizieren. Ein großes Problem stellt jedoch noch die unklare Rechtslage bei Musikinhalten dar (GEMA-Abgaben).

 

Die Erwartungen der Hörer ans Radio verändern sich. Auf die Frage „Das Radio der Zukunft bietet viele Möglichkeiten. Welche sind Ihnen besonders wichtig?“, antworteten in einer Online-Befragung der RADIOZENTRALE im Sommer 2007 die Hörer von 29 Radiosendern. Diese möchten neben interessanten Inhalten vor allem auch Einfluss auf das Programm nehmen.

 

Einen Blick in die Zukunft des Radios können Sie werfen unter http://www.radiozentrale.de/site/590.0.html Viel Spaß dabei!