Kaufen macht Spaß!?

Europa im Vergleich

Europa

Die GfK-Studie „Konsumtrends im Zeichen von Rezession und Terror 2002“ bringt es ans Licht: den „Otto Normalverbraucher“, oft auch als „modaler Konsument“ bezeichnet, gibt es nicht mehr. Vielmehr beobachtet die Studie einen gegensätzlichen Trend: Die Disparität in den Bevölkerungssegmenten, beginnend bei den „hemmungslosen Genussmenschen“, die sehr konsumfreudig und luxusorientiert sind, über die „moderat Konsumfreudigen“ bis hin zu den „Bescheidenen“ oder sogar „Resignierten“ wird immer größer. Auch findet eine Verschiebung auf der Ebene der Trendstruktur statt. Diese gliedert sich in fünf „Obertrends“: Genussbewusstsein, Pflichtbewusstsein, Ausgabenbewusstsein, Wohlstandsbewusstsein und Realitätsbewusstsein.

Spanien- Familie und Freizeit geht über alles!

Nur 33 % der Spanier würden für mehr Geld auch ihre Freizeit opfern. Im europäischen Vergleich ist dies ein überdurchschnittlich hoher Wert. 67 % gaben an, ihre Freizeit lieber mit Freunden oder der Familie zu verbringen, als allein etwas zu unternehmen. Nicht nur die Familie, auch das Auto nimmt einen hohen Stellenwert im spanischen Alltag ein: Für 83 % der Spanier ist es wichtig, dass ein Auto funktioniert und obendrein gut aussieht. Sie genießen zwar das Leben, sind aber tendenziell sparsam: 69 % sind der Auffassung, dass etwas mehr Bescheidenheit allen gut täte.

Italien- Einkaufen macht Spaß!

Zwar leben die Italiener nicht unbedacht in den Tag hinein. Sie haben durchaus ein Preisbewusstsein und vergleichen gerne, bevor sie sich zu einem Kauf entschließen. Jedoch für 69 % aller Italiener bedeutet Einkaufen vor allem eines: Spaß und Genuss. Die schönen Dinge des Lebens dürfen einfach nicht zu kurz kommen. So verwundert es nicht, dass auch die Kontaktorientierung nach wie vor hoch im Kurs steht: Für 70 % ist das Treffen mit Freunden oder gemeinsame Unternehmungen mit der Familie sehr wichtig.

Großbritannien- Vornehme Zurückhaltung!

Bei den Briten ist alles anders! Zumindest scheint es so. Die GfK-Studie ergab: In Großbritannien weichen einige Werte stark von anderen Ländern ab. Auffallend ist die Einstellung zum Nutzen und zum Design eines Produktes. 85 % aller Befragten sind der Meinung: Der Grundnutzen eines Produktes ist wichtig, das Design spielt kaum eine Rolle. Auch die Risikobereitschaft, Neues zu kaufen und auszuprobieren, ist sehr gering. 73 % sind eher vorsichtig und zurückhaltend, was Innovationen und Neuanschaffungen betrifft. 47 % empfinden Einkaufen als sehr lästig.

Frankreich - Savoir vivre!

Die Familie geht über alles. Nur 24 % der Franzosen ziehen Unabhängigkeit gegenüber der Familie vor. Genusswerte wie Einkaufslust und Lebensstil, sind bei den Franzosen im Vergleich zu anderen Ländern relativ hoch. Doch bezieht sich dieser Wert nicht auf alle Bereiche des Lebens.

 

Für die Mode, ein Bereich in dem man gerade den Franzosen eine gewisse Kompetenz zugesteht, interessieren sich lediglich 34 %. Die restlichen 66 % legen eher Wert auf praktische, zeitlose Kleidung. Der Wunsch, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten, ist sehr groß. Dementsprechend wichtig ist auch die Freizeit. Wenn es darum geht, genügend freie Zeit für Kultur, Sport und Familie zu haben, verzichten 73 % der Franzosen auf mehr Geld.

 

Eines haben alle Länder gemeinsam: das Leben im „Hier und Jetzt“ wird mehr und mehr zur Lebensphilosophie.

 

Quelle: GfK Trendsensor Konsum Bericht 2002, Januar 2002