Kommunikation ist alles!

Nur Ergebnisse klären, ob sie verstanden wird

Hühner

Jeder weiß, was mit „Kommunikation“ gemeint ist und trotzdem versteht sie jeder anders. Deshalb ist der Erfolg einer gelungenen Kommunikation oder einer neuen Kampagne so schwierig zu messen bzw. zu kontrollieren. Besonders die Agenturen oder die Marketingprofis, die mit professionellem Anspruch meinen, den Begriff Kommunikation klar und präzise erklären und deren Durchführung beherrschen zu können, tun sich oft am schwersten damit.

 

Erstens geht man immer von falschen Voraussetzungen aus. Man glaubt nämlich, die, die Kommunikation verstehen sollen, befinden sich im gleichen Verständnisfeld, wie man selbst. Dies ist aber nie der Fall. Und so kommt es, dass eine Werbebotschaft, eine Positionierung oder ein neues Symbol vom Verbraucher ganz anders bewertet wird. Damit haben wir das erste Übel von Missverständnissen offen gelegt.

 

Kommunikation heißt nichts anderes, als Verständigung. Das Gegenteil wäre demnach die „Non-Kommunikation“. Und die beherrschen leider all jene, die von Berufs wegen gut und erfolgreich kommunizieren müssten. Politiker besonders deshalb, weil ihre Art, sich verbal auszudrücken, derart am Verständnis der Menschen vorbeigeht, dass man sie am liebsten in einen Dialektik-Kurs schicken möchte.

 

Wenn Vorstandssprecher einen Misserfolg vor ihren Aktionären erklären müssen, werden sie in Wortschatz und -wahl sehr erfinderisch, was die Aufklärung dieses Umstandes anbelangt. Genauso Politiker, deren Misserfolg bei einer Wahl immer auf einen anderen Umstand zurückzuführen ist, als jener, der ihn verursacht hat.

 

Im Klartext: Man redet oder kommuniziert aneinander vorbei. Der erhoffte Erfolg der Verständigung ist nicht eingetreten, weil Aktionäre, Verbraucher oder Wähler viel kritischer sind und differenzierter denken können, als man meint.

 

Erfolgsfaktor Nummer eins für gelungene Kommunikation ist:„Versetze dich in dein Gegenüber, denke und fühle wie er, sehe ihn aber mit deinen Augen, dann wird er deine Art mit ihm zu kommunizieren, nicht nur verstehen sondern auch akzeptieren!“ Wer in der Lage ist, das Verständnisfeld im Dialog zu vergrößern, dem gelingt eher eine Verständigung (siehe Abb. unten).

Erfolgsfaktor Nummer zwei:„Verlange nie von deinem Partner, Kunden oder Wähler etwas, was du selbst auch nicht tun würdest!“

 

Diese beiden Sätze stammen nicht vom Verfasser, sondern von Platon, der Kommunikation vor 2500 Jahren zum Credo der Koexistenz überhaupt machte. Dieser kleine Exkurs soll allen Lesern verständlich machen, dass Kommunikation immer eine Angelegenheit von zwei Ansichten ist, niemals von einer.

Ohne Kommunikation, keine Kooperation

Die Macht, welche Kommunikation ausrichten oder anrichten kann, ist für die Menschen nachvollziehbar, die einmal in ihrem Leben der Demagogie oder dem Zauber von Kommunikation ausgesetzt waren. Auf der einen Seite gibt es die Menschen, die sich gerne ansprechen lassen oder der Kommunikation erliegen. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die Kommunikation so perfekt beherrschen, dass man ihnen willig und unkritisch folgen möchte, weil sie es verstehen, sich verständlich auszudrücken. Und dadurch von ihren Mitmenschen viele unentgeltliche Dienste entgegen nehmen. Kommunikation ist im täglichen Leben unerlässlich – ohne sie gäbe es kein Überleben. Wir nehmen sie heute als selbstverständlich hin und vergessen nur zu leicht, dass von allen Geschöpfen nur der Mensch die Fähigkeit entwickelt hat, sich mit Hilfe der Sprache zu verständigen. Sprache ist ohnehin das Menschlichste, was wir haben. Was wären wir ohne sie?

 

Um das Spiel der Kommunikation zu beherrschen, wird von den Partnern nicht nur eine kritische Einstellung, sondern auch viel Disziplin verlangt. Sprache und Kommunikation sind die Begriffe, sich verständlich zu machen, etwas zu erklären oder zu fordern und vor allem, um etwas zu bitten. Mit Worten, Bildern, Symbolen, Texten und Tönen. Wenn wir das Alphabet, also die 26 Buchstaben als Basis für alles Gedruckte nehmen, was bisher erschienen ist, wenn wir daraus den Wortschatz ableiten, der dieses Gedruckte erklären würde, kämen wir auf einen deutschen und englischen Wortstamm von mehreren Millionen Begriffen.