Konjunkturentwicklung

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»Der Eine wartet bis die Zeit sich wandelt, der Andere packt sie an und handelt

Steuerabgaben, Arbeitslosigkeit, Rentenreform und das schlechte Konsum-Klima belasten den von den Deutschen herbeigesehnten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Kette lässt sich noch beliebig verlängern um die zahlreichen Einzelinteressen der vielen Lobbyisten. Gewerkschaftsforderungen stehen den Forderungen der Arbeitgeber gegenüber. Kommissionen werden gebildet und wieder zerredet. Die Zeit läuft davon. Es ist fünf vor zwölf, sagen die Wirtschaftsweisen. Doch keiner nimmt sie richtig ernst.

 

Der Sozialstaat wankt, der Faktor „Produktivität“ des einst reichsten Landes der Welt verliert immer mehr an Effizienz. Politiker sind leider keine Manager, sie haben keine Ahnung davon, wie man einen Betrieb führt, wie man Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten motiviert, um Krisenzeiten zu überstehen. Die Manager und Geschäftsführer auf der anderen Seite sind aufgefordert, in das Lamento nicht einzustimmen.

Erkennen und Handeln wird mehr denn je gefordert!

Das uralte Prinzip vom „Denken und Handeln“ der alten Griechen, denen wir die Lehre des Pragmatismus und die Demokratie zu verdanken haben, ist unpopulär geworden. Anstelle eines logischen Konzeptes wird nach der Devise gehandelt, „es allen recht machen zu wollen“. Das ist eine Kunst, wie jeder weiß, die niemand beherrscht. Nicht einmal der genialste Rhetoriker würde es fertig bringen, alle Menschen zu veranlassen, auf 30 % ihrer Mahlzeiten zu verzichten. Um sich ein möglichst langes Leben zu sichern, muss man sich aber auch viel bewegen. Überträgt man diese Erkenntnis auf unsere Gesellschaft, stellt man fest, dass niemand auf seine Gewohnheit, möglichst viel Energie aufzunehmen und möglichst wenig zu verbrauchen, verzichten will. Die Wirkung sind zweifelsfrei Kreislaufbeschwerden.

 

Kreislaufbeschwerden sind heute in unserer Gesellschaft die häufigste Erkrankung. Und in vielen Betrieben hat sich diese Krankheit eingenistet. Sie müssen aufgrund ihres Ertragsdrucks schlanker werden. Der Aufschwung kommt, und zwar so sicher wie das „Amen“ in der Kirche, aber wann, das können wir nur die Propheten fragen, und die haben zur Zeit Urlaub.

 

Was ist also zu tun, bis es wieder „flutscht“, das Geld der Konsumenten? Die Antwort: Konzentration auf das Wesentliche. Wenn das Wesentliche die Gesundheit garantiert, ist das der wichtigste Grund, sich damit zu beschäftigen.

 

„Erkennen und Handhaben“ lautet eine andere griechische Weisheit, deren Befolgung die logische Konsequenz einer Problemstellung wäre. Die Fragen, die sich heute jeder Unternehmer stellt, lauten: „Kann ich meine Preise am Markt noch durchsetzen?“ – „Ist genügend Eigenkapital für Innovationen vorhanden?“ – „Kann ich mir eine Werbekampagne in dieser Zeit erlauben?“ – „Sind Liquidität und Rentabilität für die weitere Zukunft gesichert?“ – „Was muss ich tun, um durch diese schlechte Zeit zu kommen?“ Zunächst muss man wissen, dass auf jede schlechte Zeit automatisch eine gute folgt. Z.B. Ölpreiskrise 1972, Hochzinspolitik 1980, Rezession (1993) usw. Alle wurden überwunden.

Der Eine wartet bis die Zeit sich wandelt, der Andere packt die an und handelt.

Die freie Marktwirtschaft hat eine solche Kraft, dass sie nicht nur Krisen bewältigt, sondern sie hat auch die Qualität einer dauerhaften Konstante, bei der nur die Großen sich überschätzen und Arbeitsplätze leichtfertig aufs Spiel setzen. Der Wettbewerb von heute findet nicht zwischen Großen und Kleinen, Starken und Schwachen, sondern zwischen Wachen und Schläfrigen statt. Der Mittelstand ist gefordert, Krisenstrukturen zu erkennen und sie durch Aktivität und Innovation zu meistern. Der Cocooning-Effekt der Bevölkerung beginnt zu wirken. Aus Reisen werden Möbelkäufe, die Erbengesellschaft wird konsumieren.

 

Nur ein paar gute Nachrichten reichen aus, um die Kaufkraft der Bevölkerung wieder in den Kreislauf des Bruttosozialproduktes zu schleusen.