Kooperation –die beispiellose Erfolgsgeschichte.

Die Besinnung auf Gemeinsamkeiten war schon immer eine notwendige Reaktion der Menschen in von Krisen geschüttelten Zeiten. Ein genialer Mensch verkörpert noch heute die Kooperations-Idee: Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Kooperation ist eine bewährte und viel versprechende Antwort auf die relevanten Fragen nachlassender Absatzmärkte. Das „Miteinander anstatt Gegeneinander“ hat eine Geschichte, die oft dann ihren Anfang nahm, wenn es den Betroffenen gerade schlecht ging.

 

 Einer, der die Idee des genossenschaftlichen Zusammenwirkens hatte, war Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der im vorletzten Jahrhundert als Bürgermeister einer aus mehreren Orten bestehenden Gemeinde im Westerwald viele Menschen durch eine genial ausgedachte Kooperationsmethode vor dem Verhungern bewahrte. Die Bauern hatten keine Ahnung vom Geld und liehen es sich bei Missernten zu Wucherzinsen bei den Pfandleihern. Raiffeisen, von christlichen Motiven beflügelt, organisierte die Selbsthilfe unter den Bauern, forderte sie zum Sparen auf und erreichte damit eine Allianz der Selbstversorger in Sachen landwirtschaftlicher Produktion. So wurde die Anschaffung von Vieh und Gerät möglich und die Hungersnot während der Winterzeit wurde durch die Gründung eines Brotvereins gelindert. Er kaufte preiswert das Mehl, stellte einen Bäckergesellen ein und verteilte das Brot unter den Bedürftigen. Alle für einen, einer für alle, diese Idee der Gemeinnützigkeit war die Geburtsstunde der Genossenschaften. Raiffeisen war ein genialer Organisator und charismatischer Mensch, sein Verdienst kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. So baute er als Bürgermeister und mit der gemeinnützigen Idee Schulen und Straßen und gab den Menschen eine Perspektive für ein sozial abgesichertes und sinnvolles Leben zurück, das die Not und den Hunger abgewendet hatte. 1864 gründete er den Heddesdorfer Darlehnskassenverein, dessen Mitglieder die Bauern und Handwerker waren. Er war der Grundstein für viele Genossenschaftsbanken, von denen es weltweit über 330.000 gibt. Heute ist der Spruch der Bauern und Landwirte von damals der Slogan der Bank: „Wenns ums Geld geht, ...“. Es ging noch um viel mehr. Die Gemeinnützigkeit, der Leitgedanke von Friedrich Raiffeisen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Kulturgeschichte von Handel und Handwerk. Der Mittelstand von heute ist in vielfältiger Weise „gemeinnützig“ organisiert. Einkaufsverbände, Genossenschaften und Vereine sind nichts anderes als die Vollendung der Idee Raiffeisens. Hier werden zusammen Leistungen und Geräte erworben, welche für jeden Einzelnen einen individuellen Nutzen bringen. Die Antwort, die Raiffeisen seinen Mitgliedern gab, lautete: Überleben durch Produktion. Zur Produktion brauchte man Geld. Und das beschaffte er ihnen. Auf geniale Weise.

Kooperation statt Konfrontation. Eine neue Wettbewerbsformel.

Kooperationen auf unsere heutige Zeit übertragen, wo statt Hunger ein harter Wettbewerbsdruck herrscht, kann in vielen Fällen eine Lösung für die Produktion sein. BMW und Mercedes sind eine solche Kooperation bereits eingegangen, d.h. Teilung von Kosten bei gleichen strategischen Zielen. Porsche und VW, schon immer verwandtschaftlich verbandelt, könnten aus ihrer Kooperation eine Welt-Auto-AG mit dem neuen Volksporsche machen, wenn die Gesetze des Marketings nicht im Wege stünden.

Wer ist ein geeigneter Kooperationspartner?

Jemand muss den ersten Schritt tun. So wie Raiffeisen ihn getan hat. Als Mittelständler ist man in Zukunft jedenfalls auf dieses Modell angewiesen. Die alles entscheidende Frage ist die nach einem geeigneten Partner. Wenn Partner zusammen ein Geschäft betreiben, ist die Voraussetzung dafür das Vertrauen und die Zielidee der gemeinsamen Aktivität.

 

Jeder sollte sich fragen: mit wem kann ich eine Partnerschaft eingehen, ohne meine Identität aufzugeben? Gegenseitiger Respekt und die Respektierung der jeweiligen Kooperationsidee und des Nutzens, die Teilung der Belastungen, das optimale Kommunizieren, all das muss funktionieren, wenn aus der Kooperation ein Erfolg werden soll. Und der Königsweg dazu ist ein Aufeinander-Zugehen der Partner.