Mit Weiterbildung zum Erfolg?

Warum Bildung heutzutage immer wichtiger wird

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"Lebenslanges Lernen", "Fortbildung", "Weiterbildung", "innerbetrieblich", "außerbetrieblich" - es gibt viele Definitionen und die unterschiedlichsten Ansätze, die sich mit Weiterbildung und Lernen auseinandersetzen.

 

Sie alle fallen unter den Begriff „Erwachsenenbildung“ oder, so das Fachwort, „Andragogik“. Die Mutter dieser Wissenschaft ist Skandinavien. Eigentlich sind es gleich mehrere Mütter, denn Dänemark, Finnland und Schweden hatten bereits im frühen 19. Jahrhundert ausgereifte Konzepte für die Volksbildung, die ersten Volkshochschulen entstanden dort.

 

Das didaktische Konzept: Bildung für das Volk, für alle zugänglich, vom Staat finanziert. Dieses Prinzip setzte sich nach und nach durch, auch England, die Sowjetunion und das ehemalige Jugoslawien entwickelten, mit unterschiedlichen Ansätzen, Konzepte für Erwachsenenbildung. Jedoch sind diese Ansätze weit entfernt von dem, was wir heute unter „beruflicher Bildung“ verstehen. Der Begriff "Lebenslanges Lernen" deckt unterschiedliche Faktoren ab: motiviertes und unmotiviertes Lernen, fremdbestimmtes und eigenbestimmtes Lernen.

Dialoge fördern das kognitive Denken

Eine Person entschließt sich, einen Kochkurs zu besuchen, um die Zubereitung von Speisen zu erlernen. Diese Entscheidung fällt selbstbestimmt und somit freiwillig. Beim Besuch dieses Kochkurses trifft die Person auf unterschiedliche Menschen. Im Dialog mit diesen Menschen nimmt sie zahlreiche Zusatz-Informationen auf. Zum einen lernt sie, mindestens drei Gerichte zuzubereiten. Das motivierte Lernziel ist erreicht und abrufbar. Zum anderen wird durch den Dialog mit den anderen Kursteilnehmern zusätzliches Wissen gespeichert, das zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden kann. Es handelt sich in diesem Falle um unmotiviertes Lernen.

 

Ein Beispiel: Eine Kursteilnehmerin kommt aus einem anderen Land und berichtet, wie ein Gericht in ihrer Heimat zubereitet wird, sie berichtet über Lebensgewohnheiten und kulturelle Unterschiede. Diese Information wird aufgenommen, gespeichert, und gegebenenfalls bei einer passenden Gelegenheit unter dem Stichwort „Landeskunde“ wieder abgerufen. Auf diese Weise sammelt und speichert der Mensch im Laufe seines Lebens, bewusst oder unbewusst, eine große Menge an Informationen.

 

Dazu gehört natürlich auch das fremdbestimmte Lernen. Es fängt in der Schule an, setzt sich in der Ausbildung oder im Studium fort und findet auch im Berufsleben statt. Berufliche Weiterbildung ist heute unerlässlich. In Zeiten rasanter technischer Entwicklungen und Globalisierung ist zusätzliches Wissen notwendig und wichtiges Kapital. Für einige Unternehmen gehört die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zur Unternehmenskultur - doch von vielen Entscheidern wird die berufliche Bildung noch immer stiefmütterlich behandelt. Der Argwohn scheint berechtigt: Laut Stiftung Warentest gibt es in Deutschland 35.000 Anbieter mit 400.000 Programmen im Bereich berufliche Weiterbildung. Doch nicht alle Anbieter sind seriös. Stiftung Warentest fand heraus, dass über die Hälfte der Anbieter nur schlechte oder gar keine Beratung bieten - die Testpersonen wurden nur mangelhaft über mögliche Zukunftsperspektiven informiert. Auch die Dozenten ließen im Test oft zu wünschen übrig. Oft besitzen sie keine adäquate Ausbildung, haben keine Unterrichtserfahrung oder sind fachfremd.

 

Dennoch: Werden Weiterbildung und kontinuierliches Lernen richtig eingesetzt, können sie wichtige Faktoren im Unternehmen sein. Generell unterscheidet man zwischen „geschlossener“ (öffentlicher Dienst, Betriebe, Verbände, sonstige Institutionen) und „offener“ Weiterbildung. Hier wird noch einmal in „öffentliche“ (Länder, Kommunen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Hochschulen) und „nicht-öffentliche“ Träger (Kirchen, Gewerkschaften und kommerzielle Einrichtungen) unterteilt.

Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen

Berufliche Weiterbildung wird in Zukunft für jedes Unternehmen ein wichtiges Thema sein. Doch allzu oft gehen lediglich die jüngeren Mitarbeiter auf Lehrgänge. Neue Technologien, schnelle Umstellung, Fremdsprachen: das alles scheint keine Sache der „Älteren“ zu sein.

 

Doch Weiterbildung sollte als lohnende und stetige Investition betrachtet werden. Wird ein Arbeitnehmer, ob alt oder jung, regelmäßig in Weiterbildungsmaßnahmen mit einbezogen, bleibt er auch aktiv und kreativ.