Music Branding -

ein wirkungsvoller Marketing-Gag oder viel mehr?

Nivea Creme
»Vorreiter im Music-Branding – Nivea schaffte es sogar bis in die Charts«

Was wäre die Welt ohne Musik? Jeder hört sein Ding und kein Mensch kann erklären, warum ihm genau dieser Song oder dieses Lied gefällt, von einer Beethoven-Symphonie ganz zu schweigen. Trotz aller Presseveröffentlichungen über ein angeblich rückläufiges Geschäft ist festzuhalten: die Branche boomt. immer mehr Menschen entdecken die Musik als Aufputsch- oder Besänftigungsmittel. Jetzt hat die Gastronomie die Musik als marketing-Instrument entdeckt und festegestellt,  dass Menschen in Geselligkeit und freier Atmosphäre zufriedener wirken und weniger aggressiv werden als das vorher der Fall war.

 

Die Musik-Industrie steckt in einer nie zuvor erlebten Krise. Nein, nicht weil wir Menschen keine Musik mehr hören wollen – das Gegenteil ist der Fall. Die Antwort: mp3 und die einfache Vervielfältigung machen es möglich. Der kleinen runden Scheibe gibt man höchstens noch ein paar Jahre und dann ereilt sie das Schicksal der Schallplatte.

Nivea und der Song, der die Hitliste erobern will

Neue Musik aber entsteht am Computer und im Studio. Leider sind die guten Arrangeure noch rar, denn die Industrie hat die Musik als Vermarktungs-Strategie entdeckt und inszeniert ihren Werbeauftritt mit eigenen Kompositionen. Jüngstes Beispiel ist die beliebte und bekannte blaue Dose mit einer weißen Creme und dem Namen Nivea. Die Marketing-Strategen haben sich eine Gruppe mit dem noch unbekannten Namen „Asher Lane“ ausgesucht und von ihnen einen Song schreiben lassen, gedacht für Messe-Auftritte und Internet-Präsentation. Was keiner erahnen konnte: der Nivea Song schaffte es in den den Radio-Airplay-Charts im ersten Anlauf auf Platz 72, was durchaus als gut zu bewerten ist. Nivea behauptet, dass der Song den Kunden ein viel besseres Vorstellungsbild von einer zarten und schmeichelnden Hautcreme vermitteln kann, als das ein Foto oder Text tut. Dieses Beispiel wird Schule machen, denn vorstellen kann sich jeder aus unserer Branche, dass ein Lied, eine Hymne oder ein Jingle das Produkt promoten können. Fangen wir bei der Telefonwarteschleife an. Die kleine Nachtmusik oder der Frühling aus den vier Jahreszeiten von Vivaldi sind bekannte Ohrwürmer, zugegeben. Mit Corporate Cultur haben sie aber nichts zu tun. Früher oder später werden sich die Unternehmen auf die Spuren von Nivea begeben, einer muss ja anfangen und wenn er es gut macht, dann ziehen die anderen nach. Musik ist eben auch ein geheimer Verführer.