Neues aus der Apfel-Welt

Nach MacBook, iPod und Co. folgt nun der nächste Clou aus dem Hause Apple – iPhone

Was sich viele schon so lange ersehnt haben, ist jetzt Realität geworden. Mit dem iPhone hat Apple sein erstes Handy entwickelt – und so die Welt der Mobiltelefone revolutioniert.

 

Hätten Sie gewusst, dass wir die Computer-Maus der Firma Apple zu verdanken haben? Gegründet 1970, initiierte das Unternehmen den Siegeszug der Personal Computer in den 70er Jahren. Seit über 30 Jahren steht der Name nun für ein innovatives und vor allem kreatives Unternehmen, dem bei seinen Produkten immer wieder die Kombination von edlem Design und hoher Benutzerfreundlichkeit gelingt.

Innovatives Marketing

„Think different“ – dieser Slogan ist bei Apple Programm. Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten, unter ihnen Albert Einstein und John Lennon, warben mit diesem erfolgreichen Claim schon für die Apple-Rechner. Wie man sieht, setzt das Unternehmen auf starkes Marketing, um sich gezielt von der Konkurrenz abzugrenzen – anders zu sein also. Und obwohl es nun auch vermehrt günstigere Produktlinien für den Retail-Bereich anbietet – der iPod wird beispielsweise bei Saturn, Media Markt, Kaufhof und Gravis verkauft – unterscheidet sich Apple deutlich von seinen Mitstreitern. Wie? Durch emotionale Werbung. Das beste Beispiel ist die aktuelle Kampagne „I’m a Mac – I’m a PC“, die sich um zwei Darsteller dreht, von denen der eine einen Microsoft-PC, der andere einen Apple-Macintosh-Computer verkörpert. Wer dabei besser abschneidet, liegt auf der Hand: Während der Mac stets eine gute Figur macht, mimt der PC einen bemitleidenswerten, von Problemen geplagten Verlierer.

 

Erst im Jahr 2005 wurde das Werbebudget erhöht und so kann man nach drei Jahren jetzt wieder Apple-Werbespots im Fernsehen bewundern, in denen oft das Kultobjekt iPod im Mittelpunkt steht. Überhaupt hat der iPod mit seinem schicken Design und dem doch erschwinglichen Preis viel zum Image von Apple beigetragen. Ein besonderer Marketing-Gag wird wohl mit dem in Dubai geplanten iPod-Hochhaus gelingen. 2009 soll hier ein 23-stöckiges Wohn- und Bürogebäude errichtet werden, das in seiner Form einem iPod nachempfunden ist, der in seiner Ladestation steckt. Die Baukosten liegen bei 600 Mio. € . Eine stattliche Summe, wenn man bedenkt, dass der iPod in der schnelllebigen Technikbranche in zwei Jahren vielleicht schon durch ein aktuelleres Gerät abgelöst sein wird. Zum Beispiel durch die neueste Erfindung aus dem Land der Äpfel.

Alleskönner iPhone

„iPhone ist ein wegweisendes und magisches Produkt, das jedem anderen Mobiltelefon um buchstäblich fünf Jahre voraus ist“, so Steve Jobs, CEO von Apple. Auf der diesjährigen MacWorld in San Francisco präsentierte er das nur knapp 12 mm dünne Mobiltelefon mit großzügigem Touch-Display: „Wir sind alle mit dem ultimativen Zeigegerät geboren worden – unseren Fingern – und iPhone nutzt sie, um die revolutionärste Benutzeroberfläche seit der Maus zu schaffen.“

 

Auch sonst fehlt es dem Gerät an nichts. Für den vollen Musikgenuss ist ein iPod integriert, außerdem besitzt es eine 2-Megapixel-Kamera mit angeschlossener Fotoverwaltungssoftware. Das iPhone läuft auf Betriebssystem OS X, zum Browsen im Internet dient „Safari“. Für Mac-User bietet das natürlich einen hohen Wiedererkennungswert.

 

Kompatibel ist das Mobiltelefon jedoch sowohl mit Mac als auch mit PC. Das iPhone gleicht bei einer Verbindung mit dem Rechner alle Kontaktadressen ab, sodass man immer seine kompletten Adressdaten bei sich haben kann. Bahnbrechend ist außerdem Visual Voicemail, durch das man alle eingehenden Anrufe im Blick hat und entscheiden kann, welche Nachricht man abhören will, ohne die Vorhergehende aufrufen zu müssen.

 

Trotz allem gibt es am iPhone noch den ein oder anderen Mangel: Der Akku hält bei voller Ladung nur 16 Stunden Musikwiedergabe oder 5 Stunden Sprechzeit durch. Außerdem wird man für das Gerät in den Ausführungen 4 GB bzw. 8 GB die stolze Summe von 500-600 US-Dollar hinblättern müssen. Zu haben ist das iPhone in den USA ab Juni, Europäer müssen sich noch bis zum Ende des Jahres gedulden. Und ob man dann immer noch das iPhone kaufen kann oder ein Produkt mit anderem Namen, ist fraglich: Die Namensrechte liegen nämlich nicht bei Apple.

Das echte IPhone gibt es schon

Das wahre iPhone, das sich auch so nennen darf, kommt von InfoGear, einem kleinen Unternehmen, das im Jahr 2000 von Cisco übernommen wurde, und hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Das iPhone war ein Telefon, mit dem man auch im Internet surfen konnte, das vor DSL-Zeiten für den Konsumenten jedoch nicht realistisch war. Jetzt wird der Name von Linksys, einer Division von Cisco Systems genutzt, und zwar für Telefone unter dem Markennamen iPhone. Und so muss sich das Telefon von Apple – momentan noch – Apple iPhone nennen.

 

Dass die Klage genau einen Tag nach der Präsentation auf der MacWorld eingereicht wurde und nicht vorher, war pure Taktik – denn für Apple ist der Name Gold wert. Das vorgestellte „i“ steht längst als Synonym für Produkte mit dem Apfel. Auf Wunsch von Apple gab es Verhandlungen über die Nutzung des Namens, die aber ohne Ergebnis abgebrochen wurden. Jetzt bezieht Apple den Standpunkt, sein Mobiltelefon gehöre zu einer anderen Gerätekategorie als das von Cisco (Internettelefonie). Deshalb stehe es dem Unternehmen frei, sein Gerät ebenfalls als iPhone zu bezeichnen. Sprecherin Natalie Kerris ist guter Dinge: „Wenn Cisco uns deswegen herausfordern will, sind wir zuversichtlich, dass wir gewinnen werden.“ Man darf also gespannt sein.