Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Schönheitsideale ändern sich mit der Zeit. Jede Epoche, jedes Jahrzehnt hat ganz eigene Vorstellungen darüber, was als „schön“ oder als „modern“ bezeichnet werden kann. So galt früher „dick als chick“ und heute „schlank, schlanker am schlankesten“. Extreme Gegensätze, die ihren Ursprung in der herrschenden Gesellschaft finden.

Die Venus von Willendorf wurde in der Steinzeit als „Traumfrau“ gewertet. Sie besaß große hängende Brüste, dicke Beine, einen runden Bauch und üppige Fettreserven als Garant für die „Aufzucht“ der nächsten Generation, Dickleibigkeit als Schönheitsideal.

 

In der griechischen Klassik standen ausgewogene Proportionen im Vordergrund – Körper und Geist waren harmonisch – doch aus heutiger Sicht wirkt dieses Ideal eher stämmig.

 

Das Schönheitsideal der vollen Körper hielt über die Renaissance bis hin zum Barock stand. Üppige Formen galten als sinnlich und verlockend.

 

In der Renaissance stach besonders der wie schwanger erscheinende Bauch heraus, denn Arme, Beine und Brust zeigten sich eher unscheinbar und mager. Später im Barock zeigte sich die Frau im Urzustand weiterhin üppig, doch kristallisierte sich das Ideal „schmale Taille“ heraus. Die Frauen zwangen sich in Korsetts, um dem Ideal zu entsprechen.

 

Erst im 20. Jahrhundert änderte sich das Schönheitsideal grundlegend. Was bis dahin das Korsett geleistet hatte, musste nun am Körper selbst abgespeckt werden. Die erste Schlankheitswelle kam ins Rollen.

 

Während des Ersten Weltkrieges hatten es die Frauen zu einer neuen Selbstständigkeit gebracht. Als äußeres Zeichen dafür schnitten sie sich die Haare ab und strebten eine sehr schlanke, androgyne Figur an.

 

Dieses neue Bild von der Frau wurde im zweiten Weltkrieg kurzweilig unterbrochen, denn hier waren wieder weibliche Formen gefragt, Mütterlichkeit wurde propagiert. Die gut genährten Damen galten auch noch in der Nachkriegszeit als schön, denn die Fülle zeugte von Reichtum.

 

In den 60ern setzte sich das Schlanksein aber wieder durch. Anfangs verkörpert durch Marilyn Monroe und Liz Taylor, die mit langen Beinen, einer schmalen Taille und großem Busen auftrumpften, später dann durch das Model Twiggy. Die knabenhafte, magersüchtig erscheinende Frau passte gut in die damalige Zeit der gesellschaftlichen Umwälzung und des Feminismus – weibliche, mütterliche Formen waren in der Zeit der Studentenbewegung und der Kinderlosigkeit nicht modern.

 

Die in den 20ern ausgelöste Schlankheitswelle bleibt uns bis heute erhalten. Schlank, schlanker am schlankesten ... Ein Startschuss nicht nur für Aerobic, Fitness und Diäten, sondern auch für die plastische Chirurgie.