Schon mit einer Aktie ist man Eigentümer

Corporate Governance - oder wie gehen die Eigentümer mit ihrem Unternehmen um. Am Beispiel des größten europäischen Autobauers gibt es hierüber viele offene Fragen.

Aktien
»Um sein Stimmrecht nicht aus dem Fenster zu werfen, prüfe man vorher die AG.«

Corporate Governance ist die effektive Führung und Kontrolle eines Unternehmens durch die Eigentümer. Bei Aktiengesellschaften wird dies in der Regel durch die Aktionäre wahrgenommen. Der eigentliche Inhaber aber – also der kleine Aktionär – hat dabei wenig zu melden. Die Banken und Fondsverwalter vieler Kleinaktionäre nehmen diese Aufgabe in den meisten Fällen mehr schlecht als recht wahr. Beispiel VW, hier wird diese Funktion zum Problem, weil es seit Herbst 2005 mit Porsche zwei Großaktionäre gibt, die zusammen fast 40 % des stimmberechtigten Kapitals halten. Jetzt wurde der Vorwurf laut, man betreibe Absprachen unter Großaktionären, ein so genanntes „acting in concert“, das nach deutschem Recht unzulässig ist und juristische Konflikte heraufbeschwören kann. Außenstehende Aktionäre – besonders die „Kleinen“ und ausländische Fonds-Anteilseigner – geraten da ins Abseits. Ihr Einfluss ist gleich null, sie müssen sich auf die Fondsmanager verlassen, die einzig und allein nach dem Aktienwert (Shareholder Value) bei Hauptversammlungen die Stimmquote einbringen. Pikanterweise ist der Aufsichtsrats-Vorsitzende Ferdinand Piech nahezu Alleineigentümer von Porsche, sein Einfluss ist mächtig. Eigentlich müsste er den Kleinaktionären ein Übernahmeangebot machen, wie es der deutsche Corporate-Governance-Kodex vorschreibt.