Ausgabe 7, Juli 2004 | In Aktuelles | 0 Kommentare

Shopping-Center: zurück in die City

Konsumflaute, Konsumzurückhaltung, Leerstände im Einzelhandel - trotz dieser Anzeichen ist ein neuer Trend zu beobachten: Einkaufszentren schießen auch in Europa wie Pilze aus dem Boden

Donald Trump Tower
»Donald Trump Tower New York: eine der exklusivsten Shopping Malls.«

Zahlen und Fakten:

Eine Untersuchung des Instituts für Gewerbezentren ergab: in den vergangenen vier Jahren hat sich die Verkaufsfläche von Shopping-Centern um fast 25 % auf mehr als elf Millionen Quadratmeter erhöht. Deutschland verfügt mittlerweile über den drittgrößten Bestand an Shopping-Center- Fläche in Europa. Spitzenreiter ist England (13,6 Millionen Quadratmeter), gefolgt von Frankreich auf Platz zwei (12,5 Millionen Quadratmeter). Und das Wachstum geht weiter.

 

Das EHI Euro Handelsinstitut, Köln, rechnet, dass in Zukunft jährlich bis zu 15 neue Einkaufszentren auf den Markt drängen. Doch die neuen, modernen Center führen kein „Stiefkind-Dasein“ in den Industriegebieten mehr, sondern haben bevorzugt ihren Standort direkt in der City. Dies ist insbesondere in mittelgroßen Städten der Fall.

 

Mit neuen Konzepten und Angeboten erhofft man sich hier, die Kaufkraft zu binden. Bundesweit gibt es 481 Center, gerechnet wird ab einer Gesamtfläche von 8000 Quadratmetern. Davon befinden sich allein 80 in Nordrhein-Westfalen.

Eine neue Art der Animation?

 

Ist dieser Boom gleichzusetzen mit steigender Kaufbereitschaft der Konsumenten? Oder ist es ein Mittel, die Konsumfreude deutscher Verbraucher anzukurbeln? Eine neue Art der Animation? Und wie erfolgreich kann dieses Konzept in Zeiten der Krise sein? Experten sind überzeugt, dass für ausgesuchte Projekte, insbesondere in den alten Bundesländern, noch gute Chancen bestehen.

 

Der Standort muss stimmen, also gut frequentiert sein. Shopping-Center, in denen nur Filialisten vertreten sind, haben kaum eine Chance. Sie sind austauschbar, es fehlt die individuelle Note und die Anziehungskraft lässt sehr schnell nach. Der verschärfte Wettbewerb führt dazu, dass ältere Shopping-Center verstärkt investieren müssen, um nicht an Attraktivität zu verlieren.