Bei den Wissenschaftlern herrscht Übereinstimmung: Die bewusste Entscheidung für ein Kind wird vor allem von Frauen getroffen. Und diese Entscheidung wird geprägt von wirtschaftlichen Zukunftserwartungen und den Möglichkeiten, Beruf und Kinderwunsch unter einen Hut zu bringen.
Kitas vom Krippen- bis zum Hortalter sind bundesweit rar – sowohl in staatlichen als auch in privaten Einrichtungen. Und sie sind teuer! Ein guter Krippenplatz in Westdeutschland kostet ab etwa 1.200 Euro im Monat. Von „normal“ verdienenden Familien selbst kann gute Betreuung oft nicht bezahlt werden.
Der Streit um die Familienpolitik in Deutschland ist entbrannt.
Für den Ausbau der Kinderbetreuung sind Länder und Kommunen zuständig. Die Finanzierung der Familienmodelle der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), wonach die Betreuungsplätze für Kleinkinder bis 2013 verdreifacht werden sollen, ist umstritten. Die SPD will die Betreuungsangebote schon bis 2010 erreichen.
Je besser die Ausbildung, desto niedriger die Arbeitslosigkeit!
Eine Investition von 10 Mrd. Euro pro Jahr in gebührenfreie Kindergartenplätze würde sich auszahlen, stellt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) im Februar 2007 fest. Die Einsparungen gingen auf weniger Nachqualifizierung für Kinder und Jugendliche zurück. Der Grundstein für die Lernfähigkeit von Kindern wird in frühen Jahren gelegt. Es würde „ein Einnahmeplus von 14 Mrd. Euro pro Jahr bis 2050 entstehen, weil besser ausgebildete Beschäftigte weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind.“ Aber noch dauern die Entscheidungen des Staates an. Warum eigentlich? „Erkennen und Handhaben“ würde man als Prinzip der logischen Folgerichtigkeit ihres „Tuns“ allen Politikern empfehlen.
Familienfreundlichkeit als unternehmerische Aufgabe? Der durch den Bevölkerungsrückgang zu erwartende Mangel an Arbeitskräften wird zur achstumsbremse. Qualifizierte Mitarbeiter werden Mangelware.