Storytelling -

Geschichten für das Management

Froschkuss
»Wachgeküsst: Unternehmer erfahren viel, wenn sie ihren Mitarbeitern richtig zuhören.«

„Es war einmal...“

 

...so fangen viele Märchen an. Die Kunst des Erzählens gibt es seit Menschengedenken. Das Erzählen ist eine Kommunikationsform, die durch alle Zeiten und Kulturen gepflegt wurde – zur Weitergabe von Wissen und Werten, zur Herstellung von Gemeinschaft oder zur Verbreitung von neuen Ideen. In allen Kulturen dieser Welt ist das Erzählen eine wichtige Form, um Menschen miteinander zu verbinden, Erfahrungen weiterzugeben und auch die Geschichte eines Landes zu dokumentieren. Erzählungen werden mündlich und schriftlich überliefert. In Afrika beispielsweise gibt es noch heute Geschichtenerzähler, die von Dorf zu Dorf reisen, um Ereignisse und Erlebnisse zu schildern und sie anderen zu vermitteln.

 

„Das Erzählen von Geschichten ist Ausdruck unserer Identität, unseres Bewusstseins, unserer Beziehung zu anderen. Sie geben Ausdruck darüber, wie unser Bild der Wirklichkeit ist und wie wir Dinge miteinander in Beziehung setzen…“, so die Autoren Frenzel, Müller und Sottong. Sie sind Herausgeber des Fachbuches „Storytelling – Das Harun-al-Raschid-Prinzip – Die Kraft des Erzählens fürs Unternehmen nutzen“. Ein etwas ungewöhnlicher Titel für ein Buch, welches sich mit einem ganz neuen Konzept für interne und externe Unternehmenskommunikation beschäftigt: Storytelling.

Erzählkunst für die Unternehmensstruktur.

 

Mittlerweile entdecken immer mehr Marketing-Verantwortliche und Entscheider die Kraft des Erzählens auch für ihre Unternehmensprozesse, für die Stärkung der Corporate Identity und erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit. Kern des Prinzips: den Erzählungen und den „Geschichten“ der Mitarbeiter zuzuhören, so den Horizont zu erweitern, Bekanntes mit Unbekanntem zu verknüpfen und wertvolle Schlüsse für das Unternehmen zu ziehen. Anders formuliert: das, was Mitarbeiter erzählen, ernst nehmen und richtig interpretieren.

Vorbild: Tausendundeine Nacht.

Die Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“ um den Kalifen Harun al-Raschid dienen diesem Marketingprinzip als Vorbild. In Sorge um seine ständige Schlaflosigkeit wird dem Kalifen empfohlen, sich unerkannt unter das Volk zu mischen, um ihre Geschichten aufzunehmen und ihnen zuzuhören. Diese Erfahrung hilft ihm, wichtige Veränderungen in seinem Land vor-zunehmen und es zu stärken. Verändern und Stabilisieren gehören auch zu den wichtigsten Aufgaben eines Managers. Und nur wenn der Manager genau hinhört, aufnimmt, was seine Mitarbeiter und Kunden zu berichten haben, kann sich ein Unternehmen erfolgreich entwickeln.

Ein Beispiel:

Ein Hersteller von Kopiergeräten ließ durch Anthropologen die Arbeitsweise von 25.000 technischen Mitarbeitern (weltweit) untersuchen. Ergebnis: der Großteil richtete sich nicht nach den üblichen Handbüchern, die ihnen in einem Problemfall zur Verfügung standen. Sie griffen auf die Erzählungen und Erfahrungsberichte ihrer Kollegen zurück und setzten diese um. Es wurde klar, dass ein reger Austausch an Informationen untereinander stattfand. Daraufhin wurde ein Kommunikationssystem entwickelt, mit dem alle Mitarbeiter untereinander von ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichten konnten. Das Wissenskapital vermehrte sich schlagartig – Storytelling at it's best.

Und in der Werbung?

Auch in Werbung und PR können gut gemachte Geschichten viel bewegen. Denn der Konsument kann sich in der Regel mit einer guten, zu ihm passenden Geschichte viel besser identifizieren als mit einer übertriebenen Werbeaussage. Die Menschen möchten ungern einer bestimmten Zielgruppe oder einer Kategorie zugeordnet werden. Eine gute Geschichte jedoch kann Wunder bewirken – oder zumindest ein positives Grundgefühl der Marke gegenüber.

19.07.2012
09:32
Kaed:

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