>>Türen öffnen<<

Begegnung mit einem ungewöhnlichen Qulifizierungsprogamm von Dr. Röbke

Thomas Röbke
»Dr. Thomas Röbke«

"Ich habe eine Welt kennen gelernt, von der ich nur vage eine Ahnung hatte. Die direkte Auseinandersetzung mit den alten Menschen wird ja gerne vermieden. Mir ging's um neue Einblicke, vielleicht auch um größere Angstfreiheit, gerade beim Thema Alter."

 

Dieses Resümee zog der Personalleiter Peter H. nach seinem Einsatz beim Diakonie-Team Nürnberg. „Es gab viele neue Eindrücke. Ich gehe jetzt mit anderen Augen durch die Stadt. Bei meinem Einsatz habe ich gelernt, wie vielschichtig und relativ der Erfolg für die Arbeit in der Drogenhilfe sein kann. Man kann nichts erzwingen. Ich habe viele Vorurteile abgebaut“, so Dieter H., Gruppenleiter bei Siemens, über seine Erfahrungen bei der mudra-Drogenhilfe.

 

In unserem Programm „Türen öffnen“, das diese Begegnung ermöglicht hat, wechseln seit nunmehr zwei Jahren Manager und Führungskräftenachwuchs mittelfränkischer Unternehmen für eine Woche die Seiten: Sie arbeiten in Behinderteneinrichtungen, erleben hautnah die Praxis der Migrantenarbeit, kümmern sich um Obdachlose oder Drogenabhängige. Dieser Blick über den Tellerrand hat verschiedene Vorteile für die Unternehmen: Zum einen stärkt er ihr bürgerschaftliches Profil: „Good corporate citzenship“, jene aus dem angloamerikanischen Raum stammende Auffassung, wonach sich ein Unternehmen als Teil der Bürgergesellschaft versteht, meint mehr als Imagegewinn. Es geht um ein verantwortliches Verständnis des Unternehmensumfelds: Dort leben nicht nur viele Kunden, sondern auch die Mitarbeiter mit ihren Angehörigen. Zum anderen ist „Türen öffnen“ aber auch ein Instrument der Personalentwicklung, das soziale Kompetenzen erweitern hilft.

Bei den Teilnehmern unseres Programms lassen sich trotz individuell unterschiedlicher Erlebnisse übereinstimmende Erfahrungen ausmachen: Dazu gehört vor allem die interkulturelle Dimension, der Wechsel der Perspektiven: Man bewegt sich auf fremdem Terrain. Man hat es nicht mit „Leistungsträgern“, sondern mit Menschen zu tun, die vielleicht am Rande der Gesellschaft stehen. Die Führungskraft ist in dieser ungewohnten Situation Lernender. Sie muss sich auf Augenhöhe, ohne den Schutz der hohen Stellung, mit Menschen und Problemen auseinandersetzen. Hierdurch werden wichtige Eigenschaften berührt, die für moderne Führung unerlässlich sind: Ein Vorgesetzter muss mehr sein als ein fachlich gut ausgewiesener Steuerungsexperte von Aufgaben und Entscheidungen. Er muss als Persönlichkeit überzeugen, um Motivation zu wecken. „Türen öffnen“ – das zeigen unsere Auswertungen eindeutig – kann helfen, diese Dispositionen zu aktivieren: Übersetzungsleistung in verschiedene soziale Kontexte mit unterschiedlichen sprachlichen Codierungen; Engagement und Distanzierung; Empathie und Sicht auf den Menschen als Ganzes und nicht nur als den „Untergebenen“. Das Projekt, das von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Zentrums Aktiver Bürger begleitet wird, hat viele professionelle Unterstützer. Mit viel Engagement und Sachverstand hat uns die Agentur Die Zwei mit einer Probono-Aktion geholfen, unser Selbstverständnis kundengerecht zu formulieren und in ansprechender Form aufzubereiten. Auch hier bewahrheitete sich: Erfolg hängt davon ab, die Sprache des Gegenübers zu verstehen.

 

Dr. Thomas Röbke (Zentrum Aktiver Bürger) Interessenten finden weitere Hinweise unter www.zentrum-aktiver-buerger.deund www.tueren-oeffnen.de