Trinken, turteln, Tabak verkaufen.

Die amerikanische Fernsehserie „Mad Men“ spielt in Manhattans Werbewelt der sechziger Jahre. Seit Anfang Oktober läuft die Produktion auch in Deutschland. Faszinierend an „Mad Men“: die Liebe zum Detail, die die Serie an den Tag legt.

Mad Men
Foto: Carin Baer/AMC

Mad Men“ folgt den Mitarbeitern einer New Yorker Werbeagentur in den sechziger Jahren. Die Serie zelebriert die Kostüme, die Kulisse und den Lebensstil der Zeit, lebt aber auch davon, dass der Zuschauer um das bevorstehen-de Ende dieser Ära weiß. Jetzt läuft die mit neun Emmys und fünf Golden Globes ausgezeichnete Produktion in Deutschland an.

 

Die großen amerikanischen Fernsehpreise hat „Mad Men“ zweifelsohne verdient. Selten sind TV-Produktionen so ästhetisch und stilsicher gestaltet, dass man sie eigentlich auf der Kinoleinwand sehen möchte. Die Garderoben der Schauspieler und das Mobiliar der Sets sind mit großer Detail-Sorgfalt gewählt und zum cineastischen Augenschmaus gesellen sich intelligente Hommagen an die Kino- und Stilikonen der Zeit: Schauspieler ähneln Grace Kelly, Gregory Peck oder Orson Welles, der Serienvorspann erinnert an die Titelsequenzen des legendären Saul Bass und so manche Bildkomposition im nächtlichen New York scheint direkt aus einem Gemälde Edward Hoppers zu stammen.

Als Eigenwerbung ein Lebensgefühl war…

Im selben Maße, in dem die Serie visuell den Stil der sechziger Jahre aufgreift, ist das Handeln der Personen vom Zeitgeist geleitet: „Der Begriff ‚Mad Men‘ wurde in den späten fünfziger Jahren geprägt, um die Werbemenschen der Madison Avenue zu beschreiben. Sie waren es auch, die ihn prägten.“ Mit diesem Vorwort stimmt die erste Folge in die charakteristische Haltung der männlichen Hauptfiguren ein: nichts auslassen und das selbstgeschaffene Image voll ausleben. So wird in der fiktiven Werbeagentur Sterling Cooper auch ohne Bedenken vormittags zum Schnaps gegriffen und hemmungslos Kette geraucht. Mit der Arroganz großer Rockstars präsentieren die Kreativen ihre Kampagnen den Kunden und mit dem gleichen Selbstbewusstsein jagen sie ihren Sekretärinnen nach. Deren höchstes Karriereziel wiederum ist, die Büroschreibmaschine gegen den Kochherd in einem Vorort New Yorks einzutauschen. Perfekt geschminkt und tadellos gekleidet sitzen sie in den Vorzimmern und warten auf den rettenden Prinzen.

The times, they are a-changing

Dass – wie Bob Dylan sang – die Zeiten im Wandel begriffen sind, ist bei Sterling Cooper noch nicht durchgesickert. Um die Jugendkultur zu bedienen, wird zwar ein Zweierteam kreativer Beatniks eingestellt, aber dies scheint mehr aus der Angst heraus zu geschehen, den anderen Agenturen in etwas nachzustehen, weniger aus Überzeugung für ihre Arbeit. Dementsprechend hart tut sich daher auch Peggy, die einzige Angestellte, deren Karriereziele über das Angeln eines Ehemanns hinauswachsen und die sich von der Sekretärin zur Werbetexterin hocharbeitet: „I don‘t want to make a career out of being there so you can kick me when you fail.“

17.07.2012
17:35
15.07.2012
02:55
11.07.2012
08:06
15.11.2010
16:39
Hans:

Ich mag die Serie