Unternehmenskultur

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»Personalmanagement - einer von vielen Aspekten der Unternehmenskultur.«

Unternehmenskultur ist nicht käuflich. Man hat sie oder man hat sie nicht. Sie steht für eine bestimmte Haltung eines Unternehmers. So, wie seine Einstellung und sein Handeln nach innen und außen von den Mitarbeitern, den Kunden und von der Öffentlichkeit verstanden werden, prägt die Unternehmenskultur das Bild und die Stellung eines Unternehmens im Markt. Ein junges Unternehmen, das sich heute gründet, kann noch keine Unternehmenskultur haben. Entweder baut es sich nach und nach eine Corporate Identity auf oder es besitzt vom ersten Tag an einen Keim, aus dem sich allmählich eine Unternehmenskultur entwickelt. In diesem Keim stecken die Haltung des Unternehmers, das Corporate Design sowie die Attraktivität der Geschäftsidee. Alle Parameter haben Einfluss auf die Unternehmenskultur. Im ersten Fall, nämlich der Planung einer Stellung im Markt mit einem angestrebten Image, ist es eine Frage der Kosten, mit deren Kraft man durchaus ein Image in einer gewissen Zeit - etwa drei bis zehn Jahre - erreichen kann.

 

Es gibt drei Arten von Unternehmen, die sich mit ihrer Unternehmenskultur bewusst auseinandersetzen. Die einen haben eine Unternehmenskultur und damit verbunden ein positives Image, die anderen streben eine an und tun eine Menge, damit sie Kultur verkörpern. Schließlich gibt es noch diejenigen, die einmal eine gehabt haben. Sicher haben diese Firmen es am schwersten, eine neue Unternehmenskultur aufzubauen. Bis hierher gingen Kultur und Image als Synonym einher, aber nur bis hierher. Heute wird mehr denn je in Jahresabschlüssen gedacht und gehandelt. Das zwingt die Unternehmen geradezu, unkulturell zu sein. Ein Beispiel: Als VW seinen kleineren Vertragshändlern kündigte, um die Großen zu stärken, war das ein spektakulärer Akt und das genaue Gegenteil von Unternehmenskultur. Es war kein Dienst am Kunden, vielmehr eine langfristige Marketingentscheidung. Experten meinen, dass das Ausdünnen von kleinen Händlern sich durch den Generationswechsel von alleine geregelt hätte.

Hybris und Unternehmenskultur passen nicht zusammen

Ein anderes Beispiel von einem misslungenen Versuch, eine Unternehmenskultur zu generieren, ist das halbstaatliche Unternehmen „Telekom“. Der seinerzeitige Start an der Börse, der mit einem erheblichen Werbeaufwand verbunden war, ließ die „Volksaktie“ auf 104,90 Euro steigen. Das Unternehmensbild passte in unsere Zeit – modern, dynamisch, expansiv. Alle wollten daran teilhaben, „Schnäppchen machen“ war in. Dieses Vorhaben, eine Unternehmenskultur über die Nachfragemacht des Marktes zu erreichen, musste eigentlich schief gehen, das Risiko von Aktien ist Insidern bekannt. Der smarte Chef hatte sich gewaltig verkalkuliert, die teure Investition in ein profitables High-Tech-Unternehmen brachte nicht den erhofften Return, sondern schon nach zwei Jahren den Absturz. Die Anleger haben ihr Geld verloren und die Perspektive, es wiederzuholen, sieht nicht gut aus.

Der Ehrgeiz, zu den Besten und Größten gehören zu wollen, dieser Plan misslang. Die Hybris eines ehrgeizigen Vorhabens, welches heute gerne als „Gigantismus“ bezeichnet wird, ist der Feind von Unternehmenskultur.