Was bedeutet eigentlich...?

Ab dieser Ausgabe starten wir eine Serie unsere Sprache betreffend. Wir sind in dieser Rubrik Wörtern auf der Spur, erklären ihre Herkunft und tragen so dazu bei, dass der Sinn oder die Symbolik noch besser verstanden wird. In der Werbekommunikation ist es wichtig, jede Wortbedeutung nuanciert zu kennen, um sie geschickt einsetzen zu können. Da ist manchmal auch die Geschichte eines Wortes interessant. Etymologie ist ein Begriff aus der Sprachwissenschaft. Für unsere Redaktion ist er die Herausforderung, hinter die ursprüngliche Bedeutung unserer so oft benutzten Wörter zu kommen.

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Der europäische Sprachenatlas. Ursprünge von Migration der Worte und Begriffe

»enen bi de Slafittje kriegen«

Heute ist es eine bekannte Tatsache, dass gelungene Kommunikation Dreh- und Angelpunkt jeder Beziehung ist, geschäftlich oder privat. Während die Wissenschaft in letzter Zeit zwar viel Aufmerksamkeit auf gestische und visuelle Kommunikation lenkt, ist es immer noch die Sprache, die das Kommunikationsmedium schlechthin darstellt. Einer der Gründe, warum es unmöglich ist, allgemein gültige, feste Rezepte für richtige Kommunikation zu schaffen ist, dass Sprache kein statisches, für alle Zeiten festgelegtes System ist, sondern sich in stetem Wandel befindet. Die Entwicklung von Sprachen und ihrer Einheiten, der Wörter, legt Zeugnis ab von der Lebendigkeit des Systems Sprache, das sich neuen Gegebenheiten anpasst und mit großer Kreativität neue Begriffe erfindet oder bereits bestehende überträgt.

 

Der Wandel der Sprache ist also ein dynamischer Prozess. Haben Sie sich schon öfter mal gefragt, wo ein Wort eigentlich herkommt? Ob ‚fräsen‘ vielleicht etwas mit ‚fressen‘ zu tun hat? Akkord mit Rekord? Warum der Mops Mops heißt? Wieso man jemandem am ‚Schlafittchen‘ packt? Für die Klärung solcher Fragen gibt es eine Wissenschaftsdisziplin, die die Reise der Wörter und ihrer Bedeutungen durch die Zeit nachvollzieht: die Etymologie.

 

Etymologie ist die Lehre von der Geschichte der Wörter, ihrer Herkunft, ihrer Entwicklung, und ihrem Bedeutungswandel und somit ein Teilbereich der historischen Sprachwissenschaft. Andere sprachwissenschaftliche Gebiete sind z.B. die Morphologie (die Lehre von den Wortbildungen) und die Semantik (sie beschäftigt sich mit Wortbedeutungen). Die Pragmatik untersucht Sprechabsichten und Rückschlüsse, die Kommunikationspartner aus einer Aussage ziehen, während sich Phonetik und Phonologie mit Lauten und Lautsystemen befassen. Die Etymologie ist also nur ein Teil im beständig wachsenden Feld der Linguistik, aber gerade wegen ihrer oftmals überraschenden Ergebnisse sehr interessant.

 

Die grundlegenden Herangehensweisen der Etymologie basieren darauf, dass man erkannt hat, dass es eine beschränkte Anzahl gängiger Mechanismen gibt, durch die Wörter entstehen. Dazu gehören z.B. Wortbildungsregeln, die Muttersprachler so internalisiert haben, dass sie sie automatisch anwenden: so etwa die Regel, dass man im Deutschen Verben bilden kann, indem man an ein Hauptwort die Endung -en anhängt (Spiel-spielen). Dies nennt man Derivation.