Was kommt nach der "Null-Bock-Generation"?

Wo steht die Jugend von heute?

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„Früher war alles besser“ und „die Jugend von heute ist auch nicht mehr das, was sie einmal war“... schon immer sind das beliebte Phrasen älterer Generationen. Wenn man aktuelle Jugendstudien betrachtet, sind diese Sätze in der heutigen Zeit nur schwer nachzuvollziehen. „Die ideologisch unterfütterte Protest- und Null-Bock-Stimmung früherer Generationen, die seinerzeit besonders von Studenten und Abiturienten kultiviert wurde, ist passé.“, kommentiert Professor Dr. Klaus Hurrelmann, der zusammen mit Dr. Mathias Albert und einem Team des Münchener Forschungsinstitutes „Infratest Sozialforschung“ die im August 2002 erschienene Shell-Jugendstudie verfasst hat. Über 2500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren wurden im Rahmen dieser Studie zu ihrer Lebenssituation, ihren Wertvorstellungen und ihrer Einstellung zur Politik interviewt.

 

Was bereits in der zum Jahrtausendwechsel durchgeführten Shell-Studie sichtbar wurde, sieht sich 2002 als deutlicher Trend bestätigt. Bei den Jugendlichen zeichnet sich gegenüber der Eltern-Generation eine weniger kritische als partnerschaftliche Beziehung heraus. Das Vertrauen in soziale, kirchlich-religiöse, politische und ökologische Einrichtungen sinkt weiterhin zusehends. Trotzdem sind Jugendliche gesellschaftlich aktiv, wenn sie für sich persönliche Nutzen oder Chancen daraus ziehen können. Die Jugend von heute ist pragmatisch.

 

Hier haben Werbetreibende langsam umzudenken: Die Aufmerksamkeit der Zielgruppe „Jugend“ ist nicht mehr über allgemeingültige Werte (Umweltschutz, „Antispießertum“ etc.) zu erreichen.

 

Da ziehen nun dieselben Stichwörter wie bei „den Alten“: Fleiß, Macht, Familie, Sicherheit, Kreativität und Lebensstandart. Auffällig bei dieser Entwicklung ist, dass sich gleichzeitig die Interessen älterer Generationen ab 50 „verjüngen“. Langfristig gesehen, könnte das eine langsame Verschmelzung der Generationen bedeuten. In Anbetracht der wachsenden Überalterung könnte das in Zukunft bedeuten, dass aussichtsreiche Zielgruppen nicht mehr nach Alter, sondern ausschließlich nach „Einstellung“ kategorisiert werden müssten. In diesem Sinne, sollten wir alle gespannt die Entwicklung der „alten Jungen“ und der „jungen Alten“ beobachten und uns auf neue Zeiten freuen.